Innsbruck

Vize-BM Franz Gruber: „Ja, wir haben ein Drogenproblem“

Polizeibeamte mit einer sichergestellten Hanfpflanze. Der Eigenanbau boomt auch in Tirol.
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Stadt und Land würden derzeit an neuen Konzepten für die dringend notwendige Präventionsarbeit arbeiten. Der Lagebericht zur Suchtmittelkriminalität des Innenministeriums zeige, dass sich die organisierte Kriminalität im Drogengeschäft in Tirol neu formiert hat, so Vize-BM Franz Gruber.

Innsbruck –Keine Entspannung am illegalen Drogenmarkt ortet die Innsbrucker ÖVP in einer Aussendung gestern. Als Beweis dafür wird das Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck (GMI) zitiert. Demnach hat sich die Menge an Kokain im Innsbrucker Abwasser deutlich erhöht – die TT berichtete. Innerhalb von zwei Jahren habe sich die im städtischen Abwasser nachweisbare Menge an Kokain etwa verdoppelt. Auch der Lagebericht zur Suchtmittelkriminalität aus dem Jahr 2018 des Innenministeriums erkennt keine Veränderung in Tirol.

Vize-BM Franz Gruber sagt: „Ja, wir haben ein Drogenproblem in Innsbruck. Ich habe dieses Problem immer offen angesprochen und davor gewarnt. Wir haben in der Drogenpolitik definitiv Aufholbedarf.“ Stadt und Land würden derzeit an neuen Konzepten für die dringend notwendige Präventionsarbeit arbeiten. „Ich bleibe bei meinem Leitsatz: Volle Härte gegen Dealer, aber auch umfassende Hilfe für die Suchtkranken.“

Der Lagebericht zur Suchtmittelkriminalität des Innenministeriums zeige, dass sich die organisierte Kriminalität im Drogengeschäft in Tirol neu formiert hat. „Der Suchtmittelhandel ist nach wie vor großteils in der Hand von ausländischen Tätergruppen. Nur durch konsequentes Abschieben Krimineller können diese bandenähnlichen Strukturen zerschlagen werden“, sagt Gruber. Um den Dealern das Handwerk zu legen, müsse der Fahndungsdruck tirolweit erhöht werden. „Das geht aber nur mit mehr Personal. Deshalb fordere ich Innenminister Herbert Kickl einmal mehr auf, die von ihm angekündigte Personalaufstockung bei der Exekutive in Tirol endlich durchzuführen“, erklärt Gruber in der Aussendung. (TT)