Autodiebe statt Polizisten in Wörgl: Verdächtiger ausgeforscht
Nachdem am Montag der gestohlene Lkw in Kufstein aufgetaucht ist, hat die Polizei nun einen 41-jährigen Türken ausgeforscht. Dieser behauptet wiederum, selbst der rechtmäßige Besitzer des Wagens zu sein. Die Ermittlungen laufen.
Wörgl – Im Fall besonders dreister Autodiebe, die sich in Wörgl als Polizisten ausgaben, wurde nun ein Verdächtiger ausgeforscht, das berichtet die Polizei am Freitag. Nachdem am Montag die Beute auf einem Parkplatz in Kufstein aufgetaucht war, wurde nun ein 41-jähriger Türke ausfindig gemacht. Der Verdächtige behauptet, der rechtmäßige Besitzer des gestohlenen Lkw zu sein, der ihm angeblich selbst vor einem Jahr in Kufstein gestohlen worden sei. Darüber habe er damals jedoch keine Anzeige erstattet. Ebenso wie seine bislang unbekannten Komplizen hält sich der Mann in der Türkei auf.
Vermeintliche Polizeikontrolle
Die falschen Polizisten zockten am 24. März gegen 22 Uhr einen Lkw-Fahrer auf der Tiroler Straße (B 171) bei Wörgl ab: Sie erklärten dem Bulgaren, dass er gestohlene Autos geladen hätte und „beschlagnahmten“ diese daraufhin. Laut echter Polizei ereignete sich der Zwischenfall, als der Bulgare von Innsbruck kommend durch Wörgl unterwegs war. Er hatte zuvor in der Landeshauptstadt drei Autos auf seinen Lkw geladen, die er nach Bulgarien weitertransportieren sollte.
Auf Höhe Einfahrt Wörgl bemerkte der Bulgare einen auffälligen schwarzen BMW mit Kufsteiner Kennzeichen, der ihm in Richtung Ortszentrum folgte. Auf der Tiroler Straße in Wörgl kam schließlich noch ein weiteres Auto, ein grüner VW Polo – ebenfalls mit österreichischem Kennzeichen – hinzu, der den Klein-Lkw überholte und ausbremste. Als der Fahrer anhielt, kam noch ein silberner Pkw dazu. Insgesamt stiegen aus den drei Fahrzeugen fünf Männer aus, die der Bulgare als „Männer südländischen Typs“ beschrieb. Einer der fünf Unbekannten, der blonde Haare mit einem Undercut hatte und einen roten Pullover trug, wies sich mit einem Polizeiausweis aus.
Die fünf Unbekannten fuhren mit ihren Autos und dem Lkw-Gespann in Richtung Innsbruck davon. Sie nahmen auch sämtliche Dokumente und Fahrzeugschlüssel mit. Der Bulgare konnte die fünf Täter nur vage beschreiben: Sie seien alle rund 30 Jahre alt gewesen und hätten Deutsch mit südländischem Akzent gesprochen, hieß es in einer Aussendung.
Lkw bleibt vorerst in Kufstein
Der Lkw samt Ladung ist nach wie vor in Kufstein abgestellt und bleibt vorerst in den Händen der Polizei. Eine Übergabe an den rechtmäßigen Besitzer kann erst erfolgen, wenn die Besitzverhältnisse geklärt wurden. (TT.com)