EU-Staaten wollen Sekundärmärkte für faule Kredite stärken

Brüssel (APA) - Die EU-Staaten wollen die Entwicklung von Sekundärmärkten für faule Kredite stärken. Derzeit gibt es für die sogenannten NPL...

Brüssel (APA) - Die EU-Staaten wollen die Entwicklung von Sekundärmärkten für faule Kredite stärken. Derzeit gibt es für die sogenannten NPL (non performing loans) Hürden beim grenzüberschreitenden Kauf solcher Kredite durch dritte Parteien. Dies habe aber bisher zu einem ineffizienten Sekundärmarkt in diesem Bereich geführt.

Die EU-Botschafter nahmen am Mittwoch neue Regeln an, mit denen es zu einer Harmonisierung kommen soll. Ziel ist es, den derzeitigen Anteil von NPL in den Bankhäusern zu reduzieren und deren Anhäufung in der Zukunft zu vermeiden. Mit der Position der Botschafter kann nun der Rat Verhandlungen mit dem Europaparlament aufnehmen.

Faule Kredite waren während der Finanzkrise in den Jahren nach 2008 ein großes Problem in Europa. Viele Kreditnehmer waren nicht mehr in der Lage, ihre Darlehen zurückzuzahlen, etwa weil sie ihren Arbeitsplatz verloren hatten oder wegen Unternehmensinsolvenzen. Banken gerieten dadurch in Schwierigkeiten und konnten nicht mehr genügend neue Kredite an Firmen oder Privatleute vergeben.

Ein Kredit gilt als „faul“, wenn der Kreditnehmer mehr als 90 Tage lang keine Rückzahlungen geleistet habe. Die Zahl ausfallgefährdeter Kredite war EU-weit zuletzt deutlich gesunken. Österreichs Anteil an notleidenden Krediten am BIP nahm auch 2017 deutlich ab. Von 2014 auf 2017 gab es einen Rückgang von 2,2 auf nunmehr 0,3 Prozent. 2014 musste Österreich noch den zweithöchsten Anteil fauler Kredite hinnehmen, 2017 war es nur mehr Rang sieben.