Vorerst kein Herz-Transplantationsprogramm in der Steiermark
Graz (APA) - Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat Mittwochnachmittag mitgeteilt, dass das „Herz-Transplantationsprog...
Graz (APA) - Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat Mittwochnachmittag mitgeteilt, dass das „Herz-Transplantationsprogramm bis auf Weiteres“ ausgesetzt wird. Der Kompetenzbereich soll allerdings mittelfristig neu aufgebaut werden. Zehn ausstehende Operationen sollen an den anderen beiden Zentren in Wien und Innsbruck durchgeführt werden.
KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg sagte in einer Aussendung: „Bei Herztransplantationen handelt es sich um äußerst seltene, hochkomplexe Operationen, welche die volle Aufmerksamkeit und höchstmögliche Konzentration des gesamten Herztransplant-Teams benötigen. Daher nehmen wir jetzt den Druck heraus und bauen diesen Bereich neu auf.“ Im Jahr 2018 wurden in Graz vier Herztransplantationen durchgeführt. „Ziel ist es, in Zukunft die Fallzahlen auf ein höheres Niveau zu bringen“, ergänzte der Ärztliche Direktor des Klinikums Wolfgang Köle.
Das LKH Graz forderte nach den kritischen Berichterstattungen in den vergangenen Tagen und Wochen „Sachlichkeit ein“: „Ich möchte festhalten, dass wir jeden einzelnen dieser Fälle und das damit verbundene menschliche Schicksal bedauern. Allerdings möchte ich die von der Patientenanwältin und von Rechtsvertretern getätigte Darstellung, dass am LKH-Universitätsklinikum Graz überdimensional viele Fehler passieren würden, entschieden zurückweisen“, sagte Köle.
Tscheliessnigg bedauerte: „Leider ist dadurch in der Öffentlichkeit ein Eindruck entstanden, der in keiner Weise mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Klinikums Graz übereinstimmt.“ Denn insgesamt würden jährlich rund 900.000 Patienten am Grazer Universitätsklinikum behandelt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 119 Schadensfälle, die von den betroffenen Patienten oder deren Angehörigen vorgebracht wurden. Köle meinte: „Es handelt sich dabei um einen Anteil von 0,1 Promille.“
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