Fake-Dekolleté: Palina Rojinski täuscht perverse Follower mit Männerpo
Wer nach Sexismus sucht, der muss meist nur einen Blick in die Kommentarspalten von sozialen Netzwerken werfen. Das weiß auch Palina Rojinski, die sich oft mit anstößigen und unappetitlichen Kommentaren unter ihren Bildern herumschlagen muss. In der Sendung „Late Night Berlin“ hat sie den Internet-Spannern nun einen Denkzettel verpasst.
Von Tamara Stocker
Innsbruck — Es ist ein Schnappschuss aus dem vergangenen Sommer. TV-Unterhalterin Palina Rojinski (33) sitzt in einem Schlauchboot. Im Bikini. Bei 33 Grad. So weit, so normal. Nur selten zeigt Palina auf Instagram, wo ihr 1,3 Millionen Menschen folgen, viel Haut, geschweige denn Ausschnitt.
Und dennoch sehen viele Männer das Bild als Aufforderung, Palina zum Sexobjekt zu degradieren. Vulgäre und herabwürdigende Äußerungen wie „Alter, hat die geile Euter", „Ich würde gerne mal meinen Hodensaft über ihr entleeren" oder „Bei Palina wäre die Hälfte schon fertig bevor sie am Loch wären" sind nur einige der Kommentare, mit denen sich die 33-Jährige regelmäßig herumschlagen muss. Selbst diverse Klatschblätter scheuen nicht davor zurück, die Moderatorin auf ihre Oberweite zu reduzieren. So titelte beispielsweise die InTouch einst völlig ungeniert: „Busen-Hammer! Palina Rojinski zerstört mit ihren Brüsten das Internet".
„Das Perverse mit dem Perversen bekämpfen"
„So ein Füllhorn an perversen Kommentaren habe ich persönlich noch nie irgendwo gesehen", merkt Kollege Klaas Heufer-Umlauf an. Für seine Show „Late Night Berlin" hat er daher gemeinsam mit Palina einen Plan geschmiedet. „Wir wollen das Perverse mit dem Perversen bekämpfen", kündigen sie an.
Um „das freizügigste Foto zu schießen, dass es jemals auf Palinas Instagramseite gab", haben die beiden kurzerhand ein Shooting organisiert — und dafür das Hinterteil von „Male-Model" Bernd gebucht. Rasiert und eingecremt sieht sein Po Palinas Dekolleté nämlich „zum Verwechseln ähnlich", wie Palina selbst befindet.
Das ganze Prank-Video sehen Sie hier:
Bittersüße Racheaktion führt Follower vor
Um den besonders offensiven Ausschnitt auch wirklichkeitsgetreu in Szene zu setzen, zwängt Bernd seinen Allerwertesten in einige Roben. Eingewickelt in ein rotes Kleid, schmückt Palina das „waschechte Maurerdekolleté" noch mit ihren Lieblingsketten — und fertig ist der Schnappschuss.
Prompt bedient das Foto die simplen Reflexe der Instagram-Meute. Palinas vermeintliche „geile Milchtüten" oder „saftige, pralle und wunderschöne Milchtheke" (sic!) ruft unzählige Ekel-Kommentatoren auf den Plan.
- „Bin noch nie so oft in sieben Minuten gekommen."
- „Da würde ich gerne mal meinen Kopf zwischen stecken."
- „Wixxvorlage 2019. Was ein geiles Abrotz-Bild"
- „Du bist der Grund warum ich heute drei mal öfter aufs Klo verschiwnde als sonst"
- „Auf die geilen Dinger werde ich heute ein extra Stunde wichsen"
- „Du Sau! Ich würde gern deine Megaknospen einölen"
- „Die Kette ist mein Pimmel du Tittensau"
Es dauert nicht lange, da wandert der Sexismus von den Kommentar- in die Klatschspalten: „Wow! TV-Sexbombe lässt auf Instagram sehr tief blicken", schreibt etwa der Berliner Kurier.
„POsitive" Reaktionen
Wenige Tage später folgt die Auflösung bei „Late Night Berlin". „Ich zeig noch nicht einmal viel Haut, aber es passiert halt trotzdem", sagt Palina. „Ich schwenk ja auch auf meinen Fotos nicht mit der Fahne und sage: Bitte, alle Perversen Deutschlands, versammelt euch unter diesem Foto und kommentiert, was das Zeug hält."
Der #Busengate ließ tief blicken — es ist ein Paradebeispiel dafür, wie tief verankert Sexismus in unserer Gesellschaft — und vor allem in sozialen Medien ist. Ein harmloses Bild reicht und schon geht es in den Kommentarspalten nur noch darum, ob eine Frau „geil" aussieht oder „scheiße", ob sie zu wenig anhat oder zu viel — und vor allem, ob und wie sie sich zum Geschlechtsverkehr eignet. Palina selbst bedankte sich am Tag nach der Ausstrahlung auf Instagram: „Ich bedanke mich von Herzen für eure POsitive Resonanz und Nachrichten und den Support! Ich freue mich sehr."
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