EZB erwägt gestaffelten Einlagenzins - Kreise

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Die EZB lotet informierten Kreisen zufolge Möglichkeiten aus, um Lasten für Banken infolge der lang anhaltende...

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Die EZB lotet informierten Kreisen zufolge Möglichkeiten aus, um Lasten für Banken infolge der lang anhaltenden Tiefzinspolitik abzumildern. Eine der Optionen sei dabei die Einführung eines gestaffelten Einlagensatzes, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters.

Es seien dazu aber noch keine konkreten Vorschläge gemacht worden. Ziel sei es aber, den Instituten etwas von den mehr als 7 Mrd. Euro zu erlassen, die die Währungshüter pro Jahr von ihnen infolge überschüssiger Liquidität bisher einsammeln. Die EZB lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Ein gestaffelter Einlagensatz könnte beispielsweise Freibeträge für Banken beinhalten oder andere Stellschrauben, mit denen Ausnahmen vom vollen Satz von minus 0,4 Prozent geschaffen würden. Der Einlagenzins liegt bereits seit März 2016 auf diesem Niveau. Ein negativer Satz bedeutet, dass Geldhäuser Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Institute im Euroraum klagen schon seit längerem, dass die Strafzinsen an ihren Gewinnen zehren.

Ein Problem mit einem gestaffelten Einlagensatz sei allerdings, dies könne signalisieren, dass die Leitzinsen noch sehr lange sehr niedrig bleiben, sagte einer der Insider. Das würde womöglich mit dem aktuellen Zinsausblick im Konflikt stehen. Die Euro-Wächter hatten ihren Ausblick unlängst angepasst und wollen nun noch bis mindestens zum Jahresende nicht an ihren Schlüsselsätzen rütteln.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA393 2019-03-27/15:14