Ernährungskongress - Experten diskutieren über Essen bei Krebs

Wien (APA) - Zu einem besonders spannenden Thema ist am Donnerstag in Wien der 36. Ernährungskongress des Verbandes der Diaetologen Österrei...

Wien (APA) - Zu einem besonders spannenden Thema ist am Donnerstag in Wien der 36. Ernährungskongress des Verbandes der Diaetologen Österreich eröffnet worden. 50 Referenten werden zu Ernährung und Krebs Vorträge halten und sich über den Stellenwert des Essens in der Onkologie auseinandersetzen. Der Kongress wird am Freitag fortgesetzt.

„Krebs ist ein bedrohende Erkrankung und wir wissen, dass die Ernährung leider Gottes noch immer nicht eine Selbstverständlichkeit im Behandlungsschema ist“, sagte die Verbandspräsidentin Andrea Hofbauer in ihrer Eröffnungsrede. Viele Patienten würden von einer Ernährungstherapie gar nichts wissen, obwohl sie gesetzlich verankert sei. Dabei habe die Ernährung sowohl bei der Entstehung als auch bei der Therapie einen wichtigen Stellenwert. Diaetologen würden für Onkologiepatienten die bei der Therapie auftretenden Nebenwirkungen abpuffern und so mehr Lebensqualität und Lebensfreude trotz schwerer Erkrankung bieten können.

Mit dem Kongress sollen die Teilnehmer wieder auf den neuesten Stand der Wissenschaft und der Praxis gebracht werden, um gut gerüstet zu den Patienten zu gehen. „Karzinompatienten sind besonders anfällig für obskure, aber unwissenschaftliche Empfehlungen“, zeigte Ernährungswissenschafterin Ingrid Kiefer von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auf, die in Vertretung von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) den Kongress eröffnete.

Die Kongressteilnehmer werden sich deshalb nicht nur Vorträgen über Patienteninformation widmen, ein Schwerpunkt wird die Verteilung von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett bei der onkologischen Ernährung sein. Am Donnerstag wird Julia Lobenwein von den Universitätskliniken Innsbruck über den erhöhten Bedarf von Eiweiß bei Krebspatienten referieren. Die Zufuhrempfehlung liegt mit mindestens einem Gramm Eiweiß, optimalerweise aber zwischen 1,2 und 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht höher als bei Gesunden, so die Wissenschafterin. Sie empfiehlt zudem, die Nicht-Eiweiß-Kalorien bei Patienten mit Gewichtsverlust oder Insulinresistenz vermehrt aus Fett anstelle von Kohlenhydraten beziehen. Am Freitag wird Nicole Erickson vom Klinikum der Universität München einen Beitrag zum Stellenwert der ketogenen Ernährung (Anteil der Kohlenhydrate unter zehn Prozent; Anm.) in der Onkologie eingehen.