Bezirk Schwaz

Brunnen soll Schwazer Innenstadt einheizen

Die sanierte Heizungsanlage soll im Schwazer Rathaus jährlich die Energiekosten um rund 6000 Euro senken.
© Fankhauser

Stadt Schwaz baut klimafreundliche Heizanlage und will auch andere Abnehmer versorgen.

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Jährlich verheizt die Stadtgemeinde Schwaz im Rathaus rund 390.000 Kilowattstunden mittels Erdgas. Das soll sich noch heuer ändern. Denn der Gemeinderat beschloss bei der jüngsten Sitzung die Sanierung der Heizanlage. Das Besondere daran: Am Stadtplatz soll dafür ein so genannter Grundwassernutzbrunnen gebaut werden.

Mit ein paar neuen Leitungen ist es im Rathaus nicht getan. Eine Arbeitsgruppe aus dem Stadtbauamt, Bauhof und Stadtwerken hat sich um ein „zukunftsweisendes“ Konzept bemüht. Es soll nicht nur das Rathaus geheizt werden, sondern auch andere Gebäude in der Altstadt sollen die Möglichkeit haben, an die Leitungen anzuschließen.

Im Herbst soll der Bau eines Grundwassernutzbrunnens am Stadtplatz starten. Mittels unterirdischer Bohrung wird dann Grundwasser entnommen. Danach könne man das so genannte Nutzwasser über Versorgungsleitungen zur Verfügung stellen. Die Wärme wird über Wärmepumpen erzeugt. Zugleich kann mit dem kalten Nutzwasser auch gekühlt werden. Laut BM Hans Lintner werden rund 20 bis 25 Prozent der Wassermenge für das Rathaus benötigt. Er könne sich auch vorstellen, dass die Bezirkshauptmannschaft sich anschließen wolle. Interessensbekundungen gebe es schon von der Hans-Sachs-Volksschule, beim Raika-Gebäude und Hartlauerhaus.

Für Spitzentage will man sich mit einer Erdgas-Zufeuerung absichern. Nach der Erneuerung werden rund 70.000 Kilowattstunden Strom und etwa 31.000 Kilowattstunden Erdgas pro Jahr an Heizungsenergie benötigt. Laut Umweltreferent Hermann Weratschnig würden die jährlichen Energiekosten im Rathaus von 15.000 auf 9000 Euro sinken.

„Und wie hoch sind die Gesamtkosten für die Sanierung?“, fragte GR Eva-Maria Moser. Laut Karl Heinz Greil (GF Stadtwerke Schwaz) könne man das derzeit noch nicht abschätzen: „Etwa 150.000 Euro fallen für die Anlage und die Leitungen an.“ Die Kosten für den Brunnen seien noch unklar. Die Stadtwerke übernehmen per Contractingvertrag die Baumaßnahmen.

Im Zuge der Bauarbeiten am Stadtplatz soll dieser gleich mitsaniert werden. „Das wäre ohnehin fällig geworden“, sagt Stadtbaumeister Gernot Kirchmair. Für Weratschnig biete sich zudem bei einer Erweiterung in der Innenstadt auch die Neugestaltung der Fußgängerzone an.