Deutsche Bahn 2018 mit weniger Gewinn, mehr Umsatz und Fahrgäste

Berlin (APA/AFP/Reuters/dpa) - Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht - zugleich aber steigende Umsätze und Fahrga...

Berlin (APA/AFP/Reuters/dpa) - Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht - zugleich aber steigende Umsätze und Fahrgastzahlen verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Gewinn um 29,2 Prozent auf 542 Mio. Euro zurück, teilte der staatliche Konzern am Donnerstag auf seiner Bilanzpressekonferenz mitteilte. Der Umsatz stieg hingegen um 3,1 Prozent auf 44,02 Mrd. Euro.

Die Zahl der Reisenden im Fernverkehr stieg 2018 zum vierten Mal in Folge deutlich. Sie betrug rund 148 Millionen Fahrgäste - 5,7 Millionen oder vier Prozent mehr als 2017. Die Bahn rechnet damit, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt: „2019 werden wir im Fernverkehr erstmals über 150 Millionen Reisende begrüßen dürfen“, erklärte Konzernchef Richard Lutz. Europaweit nutzten 2018 rund 2,6 Milliarden Passagiere die Züge der Deutschen Bahn, ein Plus von 17 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 2,11 Mrd. Euro nach 2,15 Mrd. Euro im Jahr davor. Damit erreichte die Deutsche Bahn nach einem scharfen Sparkurs mit einem generellen Ausgabenstopp das mehrfach gekürzte Gewinnziel von 2,1 Mrd. Euro knapp. Der Nettogewinn von 542 Mio. Euro reicht aber nicht um die Dividende von 650 Mio. Euro an den Bund zu zahlen. Heuer werde der Betriebsgewinn auf gut 1,9 Mrd. Euro zurückgehen, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Umsatz soll dagegen leicht auf über 45 Mrd. Euro zulegen.

Da dem Unternehmen allein in diesem Jahr 2,2 Mrd. Euro unter anderem für die Investitionen in höhere Pünktlichkeit fehlen, bereitet die Bahn den Verkauf oder einen Börsengang der internationalen Nahverkehrstochter Arriva vor.

Die Nettofinanzschulden des bundeseigenen Konzerns erhöhten sich zu Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahresende um 926 Mio. Euro auf rund 19,5 Mrd. Euro. Neben den Schulden der Bahn sorgten zuletzt auch Verspätungen für Schlagzeilen. Lutz hatte zuletzt mehr Geld für den Konzern vom Staat angemahnt. Die Hauptprobleme sind demnach auch fehlende Gleise und eine veraltete Infrastruktur. Die Verhandlungen zwischen dem Konzern und dem Bund über Mittel für Reparaturen und Ausbauarbeiten laufen derzeit.

~ WEB http://www.deutschebahn.com/de/ ~ APA237 2019-03-28/12:04