„Fake News“ - Schau in Israel mit Skulptur von Damien Hirst

Haifa (APA/dpa) - Das Kunstmuseum in der israelischen Hafenstadt Haifa eröffnet am Samstagabend eine neue Ausstellung unter dem Titel „Fake ...

Haifa (APA/dpa) - Das Kunstmuseum in der israelischen Hafenstadt Haifa eröffnet am Samstagabend eine neue Ausstellung unter dem Titel „Fake News - Fake Truth“. Rund 50 Künstler aus aller Welt zeigen ihre Werke, die sich mit der „Wahrheitskrise“ der Moderne befassen, wie das Museum mitteilte. Darunter ist auch eine neue Skulptur des britischen Starkünstlers Damien Hirst.

„Wir leben in einer Ära, in der wir uns schon damit abgefunden haben, dass es mehrere Wahrheiten gibt“, sagt die Kuratorin Svetlana Reingold. „Wir haben auf unser Recht verzichtet zu wissen, was die Wahrheit ist.“

Damien Hirst befasse sich sehr intensiv mit dem Thema „Fake News“, „und damit, wie Künstler ihrerseits Einfluss ausüben können“, sagt Reingold. „Sie können das Ausmaß dieses Phänomens veranschaulichen und uns andere Wege aufzeigen.“ Auch durch den Kunstgriff der Übertreibung könne man den Beobachter für Lügen sensibiliseren. Hirst zeigt bei der Ausstellung das Werk „Der Sammler“ in dieser Version weltweit zum ersten Mal zeigt - eine nackte Statue von ihm selbst.

Die Ausstellung befasst sich auch mit falschen Medienberichten. US-Präsident Donald Trump sei „der Posterboy unserer Ära und dieser Ausstellung“, sagt die Kuratorin.

Das Werk der israelischen Künstlerin Tsila Hassine druckt über Google Alerts jede Nachricht aus, die den Ausdruck „Fake Truth“ (Falsche Wahrheit) enthält. „Dies ist ein sehr brisanter Ausdruck, und wir wollen ein lebendiges Archiv seiner Verwendung schaffen“, sagt Hassine. Die Papierschlange, die der in der Luft hängende kleine Drucker ausspuckt, wird immer länger.

Die Installation „Die Wände werden sprechen“ der israelischen Künstlerin Ronit Baranga soll ein Gefühl der Bedrängung beim Betrachter hervorrufen: Zahlreiche offene Münder sind in die Ausstellungswände eingelassen und scheinen auf die Besucher einzureden. Auch der Medienkünstler Hans Bernhard und seine Wiener Gruppe „ubermorgen.com“ nehmen an der Ausstellung teil.

Die Kuratorin Anat Martkovich sagt zum Hintergrund der Ausstellung: „Jede Wahrheit ist subjektiv, das ist keine neue Idee - aber sie war noch nie so dominant wie heute.“ Trump sei eine Art Galionsfigur dieses Trends. „Er ist in einer Position der Macht, aber er schämt sich nicht, Lügen zu verbreiten, die er als alternative Wahrheit beschreibt.“

(SERVICE - Internet: https://www.hma.org.il/eng)