Brexit - Opposition will auch diesmal gegen Brexit-Deal stimmen
London (APA/AFP) - Das britische Unterhaus stimmt am Freitag zum dritten und letzten Mal über das umstrittene Abkommen mit Brüssel ab. Parla...
London (APA/AFP) - Das britische Unterhaus stimmt am Freitag zum dritten und letzten Mal über das umstrittene Abkommen mit Brüssel ab. Parlamentspräsident John Bercow ließ am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag der Regierung zu. Die Opposition erklärte indes, sie werde auch beim dritten Mal nicht für die Vorlage der Regierung stimmen.
Durch die Streichung der politischen Erklärung würde London die EU verlassen, „ohne die geringste Vorstellung zu haben, wo es hingeht“, sagte der Brexit-Sprecher der Labour-Partei, Keir Starmer. „Das ist nicht akzeptabel.“
Um das Abkommen doch noch durchzubringen, hatte May am Mittwoch erklärt, sie werde ihr Amt vorzeitig aufgeben, wenn das Parlament diesem im dritten Anlauf zustimme. In der nächsten Phase der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zur EU werde sie dann nicht mehr im Amt sein, erklärte May.
Sollte das Parlament den Vertrag am Freitag nicht absegnen, muss May der EU bis zum 12. April erklären, welche Schritte Großbritannien als nächstes unternimmt. Möglich ist dann noch ein deutlich längerer Verbleib Londons in der EU, was jedoch mit einer Teilnahme an den Europawahlen Ende Mai verbunden wäre. Ansonsten droht ein Ausscheiden ohne vertragliche Grundlage, der sogenannte No-Deal-Brexit.
Der frühere Außenminister und May-Kritiker Boris Johnson hatte dem „Daily Telegraph“ zuvor gesagt, er werde „im Namen der 17,4 Millionen Menschen, die für den Brexit gestimmt haben“, Mays Vertrag unterstützen. Diese Wende vollzog er, nachdem die Premierministerin ihren Rücktritt in Aussicht gestellt hatte. Bis dahin war er einer der schärfsten Kritiker des Abkommens.
Die nordirische DUP, auf deren Unterstützung May angewiesen ist, blieb zunächst bei ihrem Nein. Damit sind die Chancen für einen Erfolg bei der dritten Abstimmung eher schlecht. Die „Financial Times“ schrieb dazu, die DUP habe Mays „Rücktritts-Schachzug vereitelt“.
Wenige Stunden nach Mays Rücktrittsangebot hatten die Abgeordneten des Unterhauses am Mittwochabend versucht, mit einer Reihe von Probeabstimmungen herauszufinden, welches Brexit-Szenario die größte Zustimmung findet. Dazu gehörten ein harter Brexit, eine Zollunion mit der EU und ein Referendum über einen vom Parlament abgesegneten Austrittsvertrag - eine Mehrheit gab es aber für keinen der acht Vorschläge.
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