Dave Matthews Band live in Wien: Genau so!
Wien (APA) - Ein gewaltiges, vor Spielfreude übersprudelndes Konzert lieferte die Dave Matthews Band am Donnerstag in der leider nur mit run...
Wien (APA) - Ein gewaltiges, vor Spielfreude übersprudelndes Konzert lieferte die Dave Matthews Band am Donnerstag in der leider nur mit rund 3.000 Personen „gefüllten“ Wiener Stadthalle ab. Den US-Superstar und seine Musiker störte die kleine „Crowd“ aber wenig: Stilsicher, dynamisch und mit einer Riesenportion Spaß an der Arbeit schenkten sie den Fans einen grandiosen Rockabend. Genau so muss live sein!
Weltberühmt - nur nicht in Österreich...: Von den mittlerweile zehn Studioalben der Dave Matthews Band landeten fast alle an der Spitze der US-Charts. Vor allem aber ist die Live-“Gewalt“ der Formation legendär - ausverkaufte Hallen und Stadien vorwiegend in den Staaten. Und als Beleg dafür: mittlerweile 38 (!) Live-Alben. Das ist auch für eine Band, die bereits Anfang der 1990er-Jahre in die (Stadion)Gänge kam, mehr als beeindruckend.
Und da kommt im Lauf der Zeit natürlich auch einiges an mitreißendem Songmaterial zusammen: „So Much To Say“ beispielsweise, in der Stadthalle der Opener. Und gleich danach ein erster Hinweis darauf, dass diese Band stilistisch einfach alles kann: ein augenzwinkerndes Intro mit dem berühmten Thema von Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ führte zu „Too Much“. Wenig später wohl einer der gewaltigsten Live-Cover ever: Peter Gabriel‘s „Sledgehammer“, bei dem Matthews (52) einmal mehr bewies, dass er auch gesangstechnisch locker zwischen feinsten Zwischentönen und „Rockröhre“ alles beherrscht.
Wenn die Dave Matthews Band auf der Bühne steht, dann geht sie glücklicherweise auch nicht so schnell wieder runter. In Wien waren es eh „nur“ über zweieinhalb Stunden - gefüllt mit vielen Song-Varianten, die häufig mitreißend auf eine Viertelstunde oder mehr am Stück ausufern. Und obwohl die Musiker auch zartes „Akustisches“ beherrschen, war natürlich der Endspurt in Richtung Vollgas am beeindruckendsten: „Gravedigger“, „Die Trying“ und als absoluter Höhepunkt des regulären Programms der monumentale Dylan-Cover „All Along The Watchtower“.
Einmal ließ sich der in den USA so erfolgreiche Dave Matthews hier in Europa auch zu einer feinsinnigen Kritik am amtierenden US-Präsidenten hinreißen: „We prefer bridges to walls“ ließ er seine Fans lächelnd wissen. Nicht nur das gesamte Konzert, sondern auch diese Ansage hätte sich wohl deutlich mehr Publikum verdient. Gabalier und Helene Fischer füllen die Stadthalle gleich mehrmals mit je 14.000 Anhängern, zu Superstar Dave Matthews kommen gerade mal 3.000 - mehr muss man über Österreich 2019 nicht wissen.
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