Landespolitik

„Zirler Wiesen“ sollen nun bald zu blühen beginnen

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Baulandumlegungsverfahrens gibt sich das "Projektteam Zirler Wiesen" zuversichtlich: v. l. Projektentwickler Stephan Bstieler, GV Peter Pichler , GV Josef Gspan und Bürgermeister Thomas Öfner.
© Domanig

Für die Erschließung des Gewerbegebiets musste der Gemeinderat Nachtragshaushalt und Darlehen beschließen. Die Debatte verlief hitzig.

Zirl –Nach einer äußerst hart geführten Debatte und mit relativ knapper 11:8-Mehrheit hat der Zirler Gemeinderat einen Nachtragshaushalt und eine Darlehensaufnahme für die Erschließung des geplanten Gewerbegebiets Zirler Wiesen beschlossen.

Das komplexe Baulandumlegungsverfahren für das insgesamt ca. 40.000 m2 große Gebiet ist abgeschlossen und rechtskräftig – aus Sicht von BM Thomas Öfner (Für Zirl) ein „Meilenstein“.

Eine Herausforderung für die Gemeinde sind aber, wie berichtet, die erheblichen Mehrkosten für die Erschließung. Im Dezember 2018 sei man laut Öfner noch von ca. 1 Mio. Euro ausgegangen, zudem habe man eigentlich eine Umsetzung über drei Jahre geplant. Für 2019 hatte man daher nur ca. 320.000 Euro budgetiert – viel zu wenig.

„Durch den fortgeschrittenen Planungsstand stellen sich die Kosten mittlerweile anders dar“, so Öfner – was etwa die Versickerung der Regenwässer oder eine notwendige Aufschüttung der Straße angeht. „Wir wussten zwar, was der Laufmeter kosten wird – wie viele Laufmeter wir brauchen, steht aber erst seit Kurzem fest“, ergänzte GV Josef Gspan (Zukunft Zirl – VP), Mitglied der Projektgruppe. Öfners Fazit: Die Kosten – nun auf 1,4 Mio. Euro geschätzt – „waren bei der Budgeterstellung in dieser Form noch nicht erkennbar und bekannt“.

Das sah vor allem die Liste „Zirl Aktiv“ völlig anders: „Die Problemstellung war seit Sommer 2018 klar, die Kosten seit Oktober“, meinte Vize-BM Victoria Rausch. Warnungen, dass die Erschließungskosten im Budget viel zu niedrig angesetzt wurden, seien ignoriert worden. Und die ursprünglich geplante Aufteilung der Erschließungsarbeiten auf drei Jahre sei „nie nachvollziehbar“ gewesen. Ihr Fraktionskollege GV Rainer Schöpf nannte die Kostenschiene zwar „durchaus plausibel“. Er kritisierte aber die Informationen für die Gemeinderäte als „unzureichend“ und viel zu spät.

Das bestritt Öfner, er verwies etwa auf die „ausführliche Vorbehandlung“ im Wirtschaftsausschuss. Sein Appell: „Es handelt sich um ein ganz zentrales Projekt dieser Periode, das wir keinesfalls gefährden sollten.“

Am Ende beschloss der Gemeinderat einen Nachtragshaushalt über 1,526 Mio. Euro und danach die Aufnahme eines, wie Öfner betonte, „Zwischenfinanzierungskredits“ über 1,45 Mio. Euro (Laufzeit: zehn Jahre). Die Rückzahlung des Darlehens sei über die zu erwartenden Erschließungsbeiträge gedeckt. Zunächst muss freilich – aufgrund der Finanzlage in Zirl – erst die Aufsichtsbehörde zustimmen.

Die Erschließung des Gewerbegebiets soll zur Gänze im heurigen Jahr erfolgen. In der nächsten Gemeinderatssitzung sollen für die ersten Firmen (Swietelsky, Ploberger, eventuell schon Kufgem) bereits Bebauungspläne beschlossen werden – schließlich wollen mehrere Investoren heuer mit dem Bau beginnen. Auch für die Grundstücke in Gemeindebesitz (insgesamt ca. 11.000 m2) gibt es laut Projektentwickler Stephan Bstieler eine Reihe von Interessenten. Der Fokus liege generell auf „Dienstleistungsunternehmen“ mit „hochwertigen Arbeitsplätzen“. (md)