Wiener Börse (Mittag) - ATX trotz Handelsflaute im Plus

Wien (APA) - Der Brexit und schwache Konjunkturdaten haben die Gewinne an der Wiener Börse am Freitag zu Mittag in Schach gehalten. Nach ein...

Wien (APA) - Der Brexit und schwache Konjunkturdaten haben die Gewinne an der Wiener Börse am Freitag zu Mittag in Schach gehalten. Nach einem freundlichen Auftakt tendierte der ATX um 12.00 Uhr mit 0,35 Prozent bzw. 10,53 Punkte bei 3.031,40 Punkten im Plus. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,29 Prozent, FTSE-100/London +0,11 Prozent und CAC-40/Paris +0,48 Prozent.

Die Farce um den Brexit dürfte die Anlegerstimmung weiterhin dämpfen. Am Freitag soll das Parlament ein drittes Mal über den von der Regierung ausgehandelten Brexit-Vertrag mit der EU abstimmen. Ob das Unterhaus dieses Mal zustimmt, gilt als sehr fraglich.

Trotz der vielen Fragezeichen rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU bleiben die RBI-Ökonomen vorerst optimistisch. „Eine der größten Überraschungen im 1. Quartal war für uns, dass der Brexit nahezu keine Auswirkungen an den Märkten hatte“, sagt Bernd Maurer, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank (RCB). Für heuer prognostizieren die Experten ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent.

Den selben Wert schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), verweist aber auf Schwäche im ersten Halbjahr: Die Industrie in Österreich befinde sich wegen der Welthandelsflaute „derzeit im Abschwung“. Für das heurige erste Quartal rechnet das Wifo im Quartalsabstand mit noch 0,35 Prozent BIP-Anstieg, für das zweite Vierteljahr mit einer Abschwächung auf 0,3 Prozent. Allerdings dürfte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr stabilisieren.

Am Nachmittag erhalten die Preisdaten aus den USA besondere Aufmerksamkeit. Das Inflationsmaß PCE spielt für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed eine große Rolle. Auch der Chicago-PMI steht dort am Programm.

Bei den Einzelwerten bauten die Polytec-Aktien auf ein Plus von 0,83 Prozent aus. Der Autozulieferer spürte im Jahr 2018 die Autoflaute. Weniger Ergebnis und Umsatz spiegeln sich in der geplanten Dividende wieder, die von 45 auf 40 Cent sinken soll. Bei der Hofübergabe von Konzernchef Friedrich Huemer an seinen Sohn zu Jahresbeginn 2019 war von einer „beachtlichen Dividende“ die Rede. Bis 2024 will das Hörschinger Unternehmen 240 Mio. Euro investieren, hieß es damals.

Die Titel der Vienna Insurance Group stiegen um 1,23 Prozent auf 23,00 Euro. Zuvor hatten die Analysten der Erste Group eine Kaufempfehlung für die Papiere des Versicherers ausgesprochen. Allerdings sehen sie derzeit ein Kursziel bei 29,00 Euro.

Auf Wochensicht winkt Lenzing mit plus 7,5 Prozent der größte Kurszuwachs. Die Papiere erholen sich damit von ihren Verlusten zur Mitte des Monats nach einer schwachen Zahlenvorlage und tendierten zuletzt mit 0,63 Prozent im Plus. Die größten Kursverluste im ATX drohen den Aktien der Telekom Austria. Mit einem Wochenminus 5,8 Prozent folgen sie dem europäischen Branchentrend. Am Freitag gaben sie um 1,22 Prozent ab.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 3.037,48 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.25 Uhr bei 3.017,61 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,30 Prozent höher bei 1.527,39 Punkten. Im prime market zeigten sich 22 Titel mit höheren Kursen, 13 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 748.597 (Vortag: 702.415) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 20,59 (18,65) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 117.199 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 3,80 Mio. Euro entspricht.

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