Ausstellung

Welteroberer mit dem Pinsel in der Hand

"Canto" (Ausschnitt) fertigte Leander Kaiser im Jahr 2011.
© Kaiser

Es ist bereits die sechste Personale von Leander Kaiser in der Innsbrucker Galerie Maier, aber die erste, in der der inzwischen 73-Jährige s...

Es ist bereits die sechste Personale von Leander Kaiser in der Innsbrucker Galerie Maier, aber die erste, in der der inzwischen 73-Jährige sehr, sehr weit zurückschaut. Um dicht mit Tusche gestrichelte Zeichnungen an die Wand zu hängen, die der gebürtige Innsbrucker, der seit seinem Studium in der Malklasse von Max Weiler in Wien lebt, als 16-Jähriger „verbrochen" hat.

Der Mensch war bereits damals das Thema Kaisers, zu dem er auch nach kurzzeitigen Ausflügen in das Landschaftliche immer wieder zurückkehren sollte. Wobei ihn weniger das Porträthafte als das allgemeingültig Menschliche interessiert. Der — auch — gelernte Philosoph kommt da zum Tragen, der seine Ambienti gern in unbestimmten, bisweilen theatralisch anmutenden Räumen ansiedelt.

Was auffällt, ist, dass Kaisers Malerei mit den Jahren immer luzider, inhaltlich leichter, malerisch delikater wird. Zelebriert in einem feinen, dem Realen oft fernen Kolorit, darauf verweisend, dass es dem Künstler letztlich mehr um pure Malerei als um das Erzählen von Geschichten geht. Das Moment des Irrealen spielt dabei eine zentrale Rolle, ein Sich-Mitteilen in Allegorien, die auch spielerisch daherkommen können. Wenn Kaiser etwa einer Sängerin von einem auf einer Leiter stehenden Affen das Licht leuchten lässt.

Er möge es nicht aufklärerisch ernst, sagt der Künstler, einfache Bildanlagen dagegen „vielleicht fast zu sehr". Letztlich fühle er sich als Welteroberer, sagt Kaiser, der seine Erfahrungen dekorativ komprimiert in seinen Bildern verpackt. (schlo)