Spark im Wiener Musikverein: Tanzmusik zwischen Opern- und Wirtshaus
Wien (APA) - Spark ist eine Formation im florierenden Metier der kleinen Ensembles, die unter dem unscharfen Gattungsbegriff Cross-over subs...
Wien (APA) - Spark ist eine Formation im florierenden Metier der kleinen Ensembles, die unter dem unscharfen Gattungsbegriff Cross-over subsumiert werden - und doch ist das deutsche Quintett, das Freitagabend seine neue Platte „On the Dancefloor“ im Wiener Musikverein vorgestellt hat, weit mehr als die handelsübliche Kommerzmaschine, bei der Popklänge mit dem seriösen Klassikmascherl in Geld umgemünzt werden.
Bei Spark amalgamieren die Musikwelten zwischen Renaissance und Minimal Music, bilden ein buntes Mosaik, das mit einem gewissen Abstand zu einem vielfarbigen Gesamten verschmilzt. Dass die 2007 von den beiden Flötisten Andrea Ritter und Daniel Koschitzki gegründete Truppe für ihr mittlerweile bereits fünftes Album den für Klassikohren provokanten Titel „On the Dancefloor“ gewählt hat, ist dabei Programm.
Die Orientierung am Primat der Tanzbarkeit ist das Rote Band, dass die Werke des Abends vereint, die von so unterschiedlichen Komponisten wie Michael Nyman und Francois Couperin, Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach stammen. Cole Porter und mittelalterlicher Schreittanz sind hier im einträchtigen Pas de deux zu bewundern. Getanzt haben die Menschen schließlich zu jeder Zeit, so das Motto des Abends.
Spark ist Klassik für Swiper. Von einem wird zum nächsten Stück gewischt, und wie im Smartphone-Leben bleibt immer ein Momentum der Überraschung, was als Nächstes kommt. Tänze zwischen Opern- und Wirtshaus rhythmisieren da den altehrwürdigen Musikverein, Folklore und Avantgarde, ein hingerotzter Rockansatz und hohe technische Finesse gehen hier Hand in Hand.
Das frappiert umso mehr, bedenkt man die ungewöhnliche Besetzung von Spark, die neben Violine/Viola, Violoncello und Klavier doch vor allem die 40 verschiedenen Flöten des Gründerduos umfasst, die zwischen Sopranino und Großbass variieren - oftmals in ein und demselben Stück. Dass sich mit diesem Blockflötenarsenal nicht nur klassische Tanzmusik, sondern auch Technoklänge evozieren lassen, verdeutlichte nicht zuletzt das titelgebende Auftragswerke „On the Dancefloor“ von Sebastian Bartmann, das „ein bisschen Flex-Feeling im Musikverein“ verströmte, wie sich Koschitzki überzeugt zeigte. Das überwiegend junge Publikum schwang am Ende zwar nicht das Tanzbein, aber jedenfalls die Klatschhände.
(S E R V I C E - www.spark-die-klassische-band.de)
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