Heftige Diskussion um Wandbild auf Raika-Haus

Raiffeisen-Logo statt Wandbild eines bekannten Jenbacher Künstlers: Altbürgermeister Holub wundert sich über Raika-Neugestaltung.

Das Bankgebäude ist bereits eingerüstet.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Von Kopfschütteln bis zur Empörung reichen die Reaktionen rund um die Sanierung der Raiffeisen Regionalbank Achensee, Bankstelle Jenbach. Denn ein Kunstwerk des Jenbacher Künstlers Erich Stockhammer soll dabei entfernt werden. „Ich bin ganz einfach gesagt enttäuscht von einer solchen Vorgangsweise“, stellt Altbürgermeister Wolfgang Holub fest. Schließlich sei Stockhammer, der im Jahre 1990 verstarb und sich auf mehreren Jenbacher Gebäuden und weit darüber hinaus verewigt hat, der einzige akademische Maler Jenbachs im vergangenen Jahrhundert gewesen. Am Volksschulgebäude von Architekt Clemens Holzmeister, am Sozialhaus und am Sozialzentrum seien seine Werke zu sehen. „Und bei Sanierungsarbeiten dort war nie die Rede davon, dass sie verschwinden sollten“, betont Holub.

Bankchef Andreas Troppmair versucht zu besänftigen. „Das Bankgebäude soll ein neues Kleid bekommen. Wir werden uns Gedanken machen, wie man das Bild erhalten kann. Vorerst wird es einmal abgenommen. Schließlich müsste das Ganze im Gesamt-Ensemble seinen Platz finden“, sagt der Bankchef, der mit der Sanierung ein Zeichen für den Ort setzen will. Wo sich jetzt das Stockhammer-Werk befindet, soll künftig das Raiffeisen-Logo zu sehen sein. Er spricht von Gesamtkosten in der Höhe von 750.000 Euro für die Neugestaltung. Über drei Monate werde sich die Sanierung erstrecken. Jedenfalls sollte sich der Architekt nochmals mit der Situation befassen, sagt Troppmair auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

„Mir blutet das Herz“, sagt die Jenbacherin Silvia Hunschofsky, die in einem Buch vor einigen Jahren das Lebenswerk von Erich Stockhammer dokumentierte. Bei der Arbeit am Bankgebäude handle es sich um ein Sgrafitto und Tessera – das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für kleine viereckige Plättchen aus Keramik, Terrakotta oder Erzen. Es sei aus ihrer Sicht zu bezweifeln, ob dieses Werk für die Nachwelt noch erhalten werden kann.

Ob das Stockhammer-Wandbild für die Nachwelt erhalten werden kann, steht in den Sternen.
© Zwicknagl

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