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Krankenhaus St. Johann: „Notfalls demonstrieren wir“

Die Liste Fritz spricht sich gegen die geplante Schließung der Kinderstation am Krankenhaus St. Johann aus und will die Bevölkerung tatkräftig unterstützen.

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Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste-Fritz-Bezirkssprecher Josef Niedermoser vor dem Bezirkskrankenhaus St. Johann, wo sie Mitarbeitern und der Bevölkerung ihre Solidarität bekunden.
© Michael Mader

Von Michael Mader

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St. Johann i. T. –Jetzt mischt sich rund um die drohende Schließung der Kinder- und Jugendstation im Bezirkskrankenhaus St. Johann auch die Liste Fritz ein. Wie mehrfach berichtet, wollen sich nicht nur die Mitarbeiter des Krankenhauses über den Betriebsrat mit Unterschriften gegen die Auflassung der Station wehren, auch die FPÖ sowie die Junge ÖVP sammeln die Bürgerproteste und zuletzt rief die SPÖ zu einer Online-Petition auf.

„Nur die Bezirkskrankenhäuser St. Johann und Schwaz schließen mit einem Plus ab, alle anderen mit einem Minus. Wo wir nicht mitspielen, ist, wenn gut etablierte Häuser zum Bauernopfer einer verfehlten Gesundheitspolitik gemacht werden“, übt Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider, Gesundheitssprecherin der Partei, heftige Kritik.

Ihr Kollege, Liste-Fritz-Bezirkssprecher Josef Niedermoser, nimmt erstmals das Wort Demonstration in den Mund: „Wenn es von der Bevölkerung gewünscht wird, stellen wir uns vor dem Spital auf und machen eine Demo. Da sind sicher mehrere hundert Leute dabei.“ Nachvollziehbar ist für ihn die angekündigte Schließung ohnedies nicht: „Die Station hat rund 2000 Behandlungen im Jahr und es kommen ca. 700 Kinder im Krankenhaus zur Welt.“ Gesundheit dürfe auch etwas kosten, stellt sich Haselwanter-Schneider gegen den Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025, „bei dem sich für mich schon die Frage stellt, für was wir hier Steirer brauchen, die das evaluieren. Die kennen sich bei uns ja nicht aus.“ Ihrer Meinung nach werde der Bezirk jedenfalls ausgehungert. „Die Kinder sollen nach Kufstein. Das hat der zuständige Landesrat Bernhard Tilg bei einer Besprechung gesagt, die erst zwei Wochen später stattfand, nachdem er die Schließungen quasi über Nacht hinausposaunt hat, ohne mit den Betroffenen im Bezirk zu reden“, bekräftigt Haselwanter-Schneider, dass nicht einmal der Landtag etwas davon gewusst habe.

Zudem sollen in St. Johann die Kapazitäten in den einzelnen Fächern an den erwarteten Bedarf unter Berücksichtigung des ambulanten und tagesklinischen Leistungspotenzials angepasst werden. Anpassungen nach unten, wie die Klubobfrau glaubt. Für Niedermoser jedenfalls ist die geplante Schließung der Kinder- und Jugendstation in St. Johann eine „Schweinerei“: „Bei den Schwächsten unserer Gesellschaft wird der Rotstift angesetzt. Moralisch ist das für mich nicht vertretbar.“ Als negative Beispiele führt er etwa eine alleinerziehende Mutter an, die ihr Kind nicht mehr in ihrer Mittagspause im Krankenhaus St. Johann besuchen kann, sondern sich freinehmen muss, um nach Kufstein fahren zu können. Da stehe sie dann im Winter eine Stunde im Stau. Das alles bedeute auch psychischen Stress. Niedermoser: „Jeder, der schon einmal ein krankes Kind hatte, weiß, wovon ich rede.“

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Haselwanter-Schneider und Niedermoser teilen auch die Befürchtungen des Krankenhauspersonals, dass das nur der Anfang sei und das Spital irgendwann ganz zusperre: „Wenn man scheibchenweise etwas wegnimmt, wird es immer unattraktiver“, sagt Haselwanter-Schneider. Sie rät der Bevölkerung, eine Petition an den Tiroler Landtag zu schreiben: „Die Bürger sollen sich auf die Hinterfüße stellen, wir unterstützen sie dabei. Notfalls mit einer Demonstration“, betont die Liste-Fritz-Klubobfrau noch einmal.


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