Eiersalat, Pinze bis Reindling: So unterschiedlich isst Österreich zu Ostern

Die Corona-Krise verändert heuer an Ostern alles – aber dem Brauch, gut zu essen, kann sie nichts anhaben. Und was tröstet in schweren Zeiten auch besser. So wird die Ostertafel in Österreich traditionell gedeckt – Ideen holen und Nachmachen in anderen Bundesländern ausdrücklich erwünscht.

Sie liegen in ganz Österreich, auch im „Corona-Jahr", am Ostertisch: bunte Ostereier.
© pixabay

Innsbruck – Weihnachten ist schon wieder viel zu lang her – gut, dass auch an Ostern wieder hemmungslos geschlemmt werden darf. In vielen Haushalten geht es dabei traditionell zu, wobei die klassische Osterjause in Österreich sehr vielfältig ist. Eine kulinarische Reise von Vorarlberg bis ins Burgenland.

🍖 Vorarlberg: Im Ländle schön deftig

Ganz im Westen wird an Ostern deftig gespeist. „Gselchtes“, begleitet von Sauerkraut und Kren, bildet das Fundament. Damit es österlich wird, werden gekochte Ostereier dazu gereicht. Zur Jause isst man in manchen Gegenden außerdem „Nüssleschinken“ mit Schwarzbrot.

🥚 Tirol: Eiersalat und süßes Lamm

In den Bergen und Tälern Tirols wird an Ostern ganz traditionell gejausnet. Dabei darf Rollschinken, Eiersalat und süßes Osterbrot nicht fehlen. Ebenfalls zur Tradition gehört das Osterlamm aus Biskuit- oder Rührteig, das viele am Karsamstag zur Weihe in die Abendmesse mitnehmen.

Eiersalat ist vor allem in Tirol zu Ostern sehr beliebt.
© pixabay

🐑 Salzburg: Osterlamm zu Mittag

Auch die Salzburger lieben ihr Osterlamm heiß. Hier gibt es das Traditionsessen allerdings nicht nur in Kuchenform, sondern auch Lammbraten kommt zu Mittag auf den Tisch.

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Das Osterlamm aus Biskuit- oder Rührteig: Tradition in Tirol und Salzburg.
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🥧 Kärnten: Ohne Reindling kein Ostern

Im südlichsten Bundesland geht natürlich nichts ohne den weit über die Grenzen hinaus bekannten Reindling. Traditionsgemäß funktioniert die Zubereitung so: Er wird aus Germteig geschichtet, mit Zucker, Zimt, Rosinen und Butter gefüllt und heutzutage meist in einer Gugelhupf-Form gebacken. Sein Name kommt allerdings von der ursprünglichen Form, die man zum Backen verwendete: Sie gleicht einem Kochtopf, besteht aus Keramik und nennt sich „Rein“ oder „Reindl“. Besonders in Unterkärnten ist der Reindling Teil einer großen Osterjause, zu der auch Osterschinken, Selchwürste und Eier gegessen werden. Zu diesem Anlass wird der Reindling dann weniger süß gefüllt und als Brotersatz verwendet.

Anschnitt eines traditionellen Kärntner Reindlings.
© Johannes Jaritz

🥣 Steiermark: Kernöl zu den Eiern und „gselchte Suppe“

Traditionell werden die Ostereier in der Steiermark – wie sollte es auch anders sein – mit Kernöl verfeinert gegessen. Eine weitere Osterspezialität ist hier „Gselchtes“ in der Suppe. Zur Jause gehören außerdem auch auf dem steirischen Ostertisch Selchwürste, der klassische Osterschinken, Kren und süßes Osterbrot.

🍞 Oberösterreich: „Oafleck“ zum „Gselchten“

Wie in Vorarlberg kommt auf die oberösterreichische Ostertafel „Gselchtes“, dazu wird allerdings „Oafleck“, eine Art Brot aus Eiern, gegessen. Als Nachspeise oder zum Kaffee gibt es wie in Tirol und Salzburg süßes Osterlamm.

🥞 Niederösterreich: Osterpinze und „Godnknüpfi“

Der niederösterreichische Ostertisch ist ebenfalls klassisch mit Ostereiern, Osterschinken und Schwarzbrot gedeckt. Dazu kommt dann aber noch die berühmte Osterpinze: Sie wird aus Germteig gemacht und ist rundlich wie ein Brot geformt. Wie das Osterlamm wird sie gerne zur Weihe am Karsamstag mitgenommen. Im Mostviertel gibt es zudem noch eine ganz besondere Tradition: Die Taufpatin, im Dialekt „Godn“ genannt, bringt den Patenkindern ein großes Kipferl aus Germteig mit – das Mostviertler „Godnknüpfi“.

Die Osterpinze in klassischer Form.
© Liuthalas/wikipedia.com

🍖 Wien: Der Schinken im Mantel

In der Hauptstadt wird der Osterschinken im Brotteig gegessen und auch die Osterpinze, oft mit einem Osterei verziert, darf am Tisch nicht fehlen.

🧀 Burgenland: Oster-Brettljause ohne süßes Brot

Anders als in den meisten anderen Bundesländern kommt ganz im Osten zu Ostern nicht süßes Weißbrot, sondern schwarzes Bauernbrot auf den österlichen Tisch. Ansonsten gibt es auch hier gern Geselchtes mit Kren, Käse und natürlich – bunte Ostereier.

So vielfältig und bunt die Essensbräuche und Traditionen in den Bundesländern an Ostern sein mögen – eins haben sie alle gemeinsam: Sie schmecken köstlich. (anl)

Der Rollschinken wird fast in ganz Österreich zu Ostern gern gegessen.
© Tirolerwirtschaft

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