Freudentränen nicht nur bei Josh.: Abend der Vielfalt beim Amadeus

„Cordula Grün“ wurde als Song des Jahres ausgezeichnet, das beste Album lieferte Ina Regen mit „Klee“ ab. Die EAV wurde für ihr Lebenswerk und Songwriting prämiert.

Die Ausgzeichneten beim 19. Amadeus Music Award in Wien.
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Wien – Es war ein einträchtiger Abend der Vielfalt: Die 19. Amadeus Austrian Music Awards, die Donnerstagabend im Wiener Volkstheater verliehen wurden, gefielen sich als harmonische Feier der heimischen Musikszene. Mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) wurde eine rot-weiß-rote Institution doppelt ausgezeichnet, die nominell wichtigsten Preise gingen allerdings an Josh. und Ina Regen.

So wurde es gleich zu Beginn eine emotionale Angelegenheit. „Der erste Plan ist schon mal nicht aufgegangen“, meinte Sänger Josh. sichtlich gerührt auf der Bühne, „nämlich nicht zu heulen.“ Er durfte die Trophäe für den besten Song des Jahres entgegennehmen, die ihm sein Hit „Cordula Grün“ einbrachte. „Habe ich wirklich gewonnen?“, blickte er fragend auf den Preis in seinen Händen und dankte einer ganzen Riege an Kollegen, Freunden und Begleitern. „So etwas kann man alleine ja gar nicht schaffen.“

"Cordula Grün" von Josh wurde der Song des Jahres und riss seinen Schöpfer zu Freudentränen hin.
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Ina Regen wurde mit "Klee" für das beste Album prämiert.
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Bewegt war später auch Ina Regen, die für „Klee“ den prestigeträchtigen Preis für das Album des Jahres erhielt. „Es hat 4000 Grad hier herinnen, und mir ist es gerade eiskalt runtergeronnen“, sagte die Sängerin. „Es geht darum, dass wir Musik machen und da draußen Menschen sind, die wir damit inspirieren, berühren und gerne auch mal vor den Kopf stoßen.“ Sie bedankte sich bei „allen starken Frauen, die mir gesagt haben, dass man das machen kann“.

Als einzige gleich zwei Preise: EAV

Der EAV war es schließlich beschieden, als einziger Act mit mehr als einem Preis nach Hause zu gehen. Gemeinsam mit Lemo gab es den Amadeus als Songwriter des Jahres („Gegen den Wind“) und schließlich den groß umjubelten Preis für das Lebenswerk. „Danke, danke! Aber lasst euch Zeit“, nahmen Thomas Spitzer und Klaus Eberhartinger die Standing Ovations gerne entgegen. „Wir mussten 40 Jahre warten. Manche Preise kann man sich ersitzen, man muss sie nur noch erleben“, schmunzelte Eberhartinger. „Wir bedanken uns bei all jenen, denen es nicht gelungen ist, die EAV zu verhindern“, ergänzte Spitzer. Der Zeitpunkt passt jedenfalls, ist die EAV aktuell doch auf Abschiedstournee.

Gleich zwei Preise räumten Thomas Spitzer und Klaus Eberhartinger von der EAV ab.
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Unterstützung für die Stars von morgen forderte wiederum Mavi Phoenix, die den FM4 Award abräumte. „Mir schreiben so viele junge Leute, die gerne Musik machen wollen, dass ich ihnen Selbstbewusstsein vermittle“, erzählte sie. „Wir feiern heute die österreichische Musikszene, aber man kann trotzdem noch mehr tun! Da macht FM4 was dafür, aber sonst sehe ich nicht viel“, hob sie das ORF-Jugendradio hervor und wünschte sich insgesamt mehr Engagement.

Mavi Phoenix gewann den FM4-Award.
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Aus dem FM4-Umfeld stammt auch Miriam Hufnagl alias Avec, die in der Kategorie Alternative reüssierte. Wie etliche andere Genre-Gewinner hat sie den Amadeus bereits im Vorfeld erhalten und konnte sich via Video-Einspieler bedanken: „Ich habe nicht damit gerechnet.“ Nicht die erste Trophäe war es für Marcus Füreder und sein Electronic-Projekt Parov Stelar, das sich erneut bei Electronic/Dance durchsetzte. Liveact des Jahres wurden Pizzera & Jaus, in der Kategorie Schlager/Volksmusik gewann Die Mayerin: „Schon die Nominierung war unfassbar für mich.“

„Best Sound“ für Bilderbuchs „Mea Culpa“

Den bereits dritten Amadeus in der Sparte Hip-Hop/Urban gab es für Erfolgsrapper RAF Camora, Pop/Rock war heuer eine Angelegenheit für das Duo Seiler & Speer, und Bilderbuch sowie Marco Kleebauer und Maximilian Walch sicherten sich den Tonstudiopreis „Best Sound“ für die Platte „Mea Culpa“. Komplettiert wurden die Preisträger durch das oberösterreichische Trio Krautschädl, das in der Sparte Hard & Heavy erfolgreich war, und Norbert Schneider (Jazz/World/Blues).

Conchita glänzte als Moderatorin nicht nur im Abendkleid.
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Letztlich war die Amadeus-Gala eine routiniert abgespulte Angelegenheit, bei der Song-Contest-Gewinnerin Conchita nicht nur als Moderatorin im Abendkleid und mit Langhaarperücke glänzen konnten, sondern auch als Wurst eine einnehmende Performance mit dem Song „Hit Me“ ablieferte – dabei aber mit kurz geschorenem Iro und hautfarbenen Strapsen. Nicht schlecht für „die ehemalige zweite Klarinette der Musikkapelle Bad Mitterndorf“, wie sie selbst schmunzelte. Weitere Auftritte kamen gar als Medley daher, etwa aus dem Popsegment mit u.a. Paenda, Cesar Sampson und Thorsteinn Einarsson oder von der Rap-Fraktion, die sich aus KeKe, Lent sowie Kreiml & Samurai zusammensetzte. Bei den Amadeus Awards soll schließlich jeder eine Bühne bekommen. (APA)

RAF Camora gewann in der Kategorie Hip-Hop/Urban.
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Conchita.

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Lou Asril.

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