Räuber verriet sich über Snapchat

Ein geradezu klassischer Fall einer jugendlichen Drogenkarriere mit Beschaffungskriminalität führte im Februar zum einem Raubüberfall in ein...

Der 18-Jährige besorgte im Supermarkt Geld für Drogen.
© Thomas Boehm / TT

Ein geradezu klassischer Fall einer jugendlichen Drogenkarriere mit Beschaffungskriminalität führte im Februar zum einem Raubüberfall in einer Außerferner Supermarktfiliale. „Geldscheine eini in den Sack!“, schrie da abends ein gerade 18-jähriger Einheimischer einer Verkäuferin zu. Diese musste dabei in den Lauf einer – letztlich harmlosen – Schreckschusspistole sehen. Ohnehin zugedröhnt mit Cannabis, Speed und Alkohol, flüchtete der junge Räuber mit 720 Euro Beute. Angelegt hatte der Lehrling das Geld wieder in Drogen. Mit dem Rest wurden Schulden beglichen. Nach dem Überfall erzählte der 18-Jährige über den Nachrichtendienst Snapchat von seiner Tat. Der Chat blieb nicht beim Adressaten. Nach eineinhalb Tagen klickten für den Burschen so die Handschellen. Gestern am Landesgericht fand Staatsanwältin Erika Wander trotzdem versöhnliche Worte. Jugend, Unbescholtenheit, Geständnis und Schadenswiedergutmachung würden Umsicht bei der Sanktion erfordern. Immerhin zehn Jahre Haft drohten. So blieb es bei rechtskräftigen zwei Jahren Haft, 18 Monate davon jedoch bedingt. Während dieser Zeit gibt es zusätzlich Bewährungshilfe.

Eine Geldstrafe von 1440 Euro erging gestern in Abwesenheit über eine Bosnierin. Sie hatte Supermärkte ausgespäht und war dann mittels Steinwurf und Schneestange eingebrochen. Die Beute war übrigens geringer als die Strafe: 353 Euro. (fell)


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