Taferner und Co: Das sind Wackers heiße Zukunfts-Aktien

Während die Bundesliga-Truppe um den Klassenerhalt bangt, bleibt der Höhenflug der Wacker-Fohlen in Liga zwei nach dem Derbysieg über Wattens atemberaubend. Die TT pickte fünf Spieler exemplarisch heraus.

Matthäus Taferner spielte in seinen ersten drei Bundesliga-Spielen frech auf.
© gepa

Von Alex Gruber

Der „Zangler“ – Matthäus Taferner

Es war auch beim 4:1-Sieg in Altach bemerkenswert, mit welcher Unbekümmertheit und Unerschrockenheit das Fliegengewicht in seinen drei ersten Bundesliga-Partien (dreimal in der Startelf/256 Minuten) agiert hat. Der 18-Jährige, Aushängeschild des starken Tiroler 2001-Jahrganges (weiters z. B. Robert Martic, Simon Rumer, Clemens Hubmann) sucht und findet im Oberhaus die Räume zwischen den Linien. Nur ein Torerfolg blieb dem Dribblanski, der vor geraumer Zeit auch schon vor einem Wechsel nach Freiburg stand, bislang noch versagt.

„Ich mache mir keinen Druck und spiele einfach drauflos. Jeder weiß ja, dass ich jung bin und außerdem werde ich im Team super unterstützt“, sagt der Sport-BORG-Schüler, der weiß: „Natürlich wäre die Struktur im Verein am besten, wenn wir auch in der nächsten Saison ein Team in der ersten und eines in der zweiten Liga stellen.“ Nachsatz: „Wenn der Klassenerhalt nicht gelingen sollte, bin ich überzeugt, dass wir eine Mannschaft stellen, die sofort wieder aufsteigen kann.“ Taferner steht bei einigen Clubs auf dem Zettel, der Vertrag des Eigengewächses läuft bis Sommer 2020.

Der Stratege – Raphael Gallé

Der 19-jährige Mittelfeldakteur (Stammverein IAC) stand zuletzt im Dauereinsatz, pendelte zwischen der Bundesliga-Mannschaft und Zweier hin und her und ganz nebenbei startet am Montag im Sport-BORG auch das Unterfangen Matura. „Ich bin schon länger beim Lernen“, grinst Gallé, dessen Werk(en) auch mit Stille glänzt. „Er blüht so richtig auf“, lobt ihn Coach Florian Schwarz. Bei Gallé klingt das bescheiden so: „Ich habe es geschafft, dass ich mich in der zweiten Liga stabilisiere.“ Zur sensationellen Frühjahrsbilanz mit 21 Punkten aus acht Spielen und den Sprung auf Rang drei hält der „Raphi“ fest: „Das hat uns keiner zugetraut. Aber wir haben ein super Team und einen extrem guten Zusammenhalt.“ Gallés Vertrag beim FC Wacker ist ebenfalls bis 2020 datiert.

Raphael Gallé.
© gepa

Der Turm – Felix Bacher

Nach einem folgenschweren Zusammenstoß gegen Liefering und einem Schädelbruch, der die Sehnerven verletzte, hing die Karriere des ÖFB-U19-Stammspielers im Herbst zwischenzeitlich am seidenen Faden. Den Petr-Cech-Schutzhelm hat Bacher aber wieder ins Eck gelegt, beeinträchtigt fühlt er sich vor einer weiteren Kontrolle längst nicht mehr. Und in der Innenverteidigung – Bacher stand in der AKA auch oft als zentraler Mittelfeldspieler seinen Mann – fühlt sich der großgewachsene Hüne wohl: „Es geht ganz gut.“ Großen Gedanken über die Zukunft – „Ich fokussiere mich auf das, was gerade ansteht und das ist am Freitag das Heimspiel gegen Ried“ – gibt er sich keinen hin. Stattdessen hat er in Sachen schulischer Bildung zielstrebig auf die Abendmatura umgesattelt. Und auch beim dritten Tiroler dieser „Top five“ läuft der Kontrakt bis Sommer 2020.

Felix Bacher.
© gepa

Der Brecher – Elvin Ibrisimovic

Im Herbst spielte der „klassische Mittelstürmer, der auch viele Wege macht“ (O-Ton Schwarz), bei Wackers zweitem Team noch eine untergeordnete Rolle. In den letzten drei Runden netzte der 20-jährige Sturmtank, der gegen Wattens einen Doppelpack schnürte, aber gleich fünfmal ein. Nachdem ihn Wacker-Coach Thommy Grumser bei früheren Westliga-Duellen in Hard „entdeckt“ hatte, wollte Ibrisimovic in Innsbruck „den nächsten Schritt“ machen. Und das aktuelle Hoch kann er „kaum glauben“. Den schwarzgrünen Bundesliga-Profis, mit denen er im Winter auf Trainingslager war, drückt er wie alle Kollegen die Daumen: „Ich bin überzeugt, dass sie es schaffen können und die Qualität dafür haben.“

Der Bulle – Markus Wallner

Die Neuerwerbung von Westligist Anif schlug voll ein und bringt ebenfalls eine athletische Note ins Spiel, die den Fohlen nicht schadet. Wie Ibrisimovic netzte auch der 22-jährige Offensivflügel im Frühjahr schon fünfmal ein und lässt die Muskeln spielen. Das passt auch ganz gut zum Job, auf den sich der ehemalige Salzburger Akademie-Kicker nebenbei vorbereitet – der angehende Fitnesstrainer legte nur das Jus-Studium zwischenzeitlich auf Eis. „Es ist bislang durchaus positiv für mich bei Wacker Innsbruck gelaufen. Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt und natürlich will ich bleiben“, betont Wallner. Der Leihvertrag mit Anif läuft im Sommer aus.

Jeder dieses Quintetts betont, dass der Star die Mannschaft sei. Am Freitag gastiert Leader Ried bei Wacker II.

Elvin Ibrisimovic und Markus Wallner.
© gepa

Kommentieren


Schlagworte