Schultz baut neuen Lift und beeinsprucht Nein zur Piste

Im Skigebiet Kals gibt es grünes Licht für den neuen Lift, aber nicht für die Piste. Nun legt die Schultz-Gruppe außerordentliche Revision ein.

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Die Trasse der neuen Sechsersesselbahn (im Bild farbig markiert) führt vom Kalser Ortsteil Großdorf hinauf auf das so genannte Ganotzeck. Die Bahn soll bis November fertig sein.
© Schultz-Gruppe

Von Catharina Oblasser

Kals –Ein skitechnisches Auf und Ab gibt es auf der Kalser Seite der Skischaukel Kals-Matrei. Das Gebiet gehört zur Gruppe von Heinz und Maximilian Schultz, die sich vom Zillertal aus auch in Osttirol niedergelassen haben.

Die gute Nachricht für Wintersportler: Im Ortsteil Großdorf hat der Bau eines neuen Liftes begonnen. Es handelt sich um eine Sechsersesselbahn mit Sitzheizung und Wetterschutzhauben, wie Geschäftsführer Maximilian Schultz in einer Aussendung mitteilt. „Wir setzen damit einen nächsten Schritt zur Qualitätsverbesserung“, erklärt er. Die Sesselbahn ist 1418 Meter lang, kann pro Stunde bis zu 2400 Personen transportieren und führt von Großdorf auf das Ganotzeck. In der Nähe der künftigen Bergstation befindet sich das Gasthaus Glocknerblick. Kostenpunkt: neun Millionen Euro.

Schon Ende November, rechtzeitig vor dem Start der neuen Skisaison, soll die Sechsersesselbahn in Betrieb gehen. Ein Skiweg wird das Gradonna Mountain Resort, das ebenfalls der Schultz-Gruppe gehört, mit der Talstation in Großdorf verbinden, erklärt Maximilian Schultz.

Weniger erfreulich für die Unternehmerfamilie ist der Stand beim zweiten Ausbauvorhaben der Schultz-Gruppe in Kals: Geplant war eine zusätzliche Piste durch den Gornerwald, die eine Alternative zum jetzigen Skiweg bilden sollte. Die steile Abfahrt hätte gute Skifahrer angesprochen, der Skiweg eher die Anfänger.

Doch daraus wurde nichts. Zwar hat die Bezirkshauptmannschaft Lienz das Vorhaben bewilligt, doch der Landesumweltanwalt legte Beschwerde ein. Das Gebiet sei aus geologischer Sicht zu labil, so die Begründung. Der Fall landete beim Landesverwaltungsgericht Tirol, und dieses gab der Landesumweltanwaltschaft Recht. Also darf die Gornerpiste nach jetzigem Stand nicht errichtet werden.

Doch dagegen wird die Schultz-Gruppe Revision einlegen, erklärt Heinz Schultz. „Sowohl die Gemeinde als auch die zuständige Bezirkshauptmannschaft und der Tourismusverband Osttirol stehen hinter dem Projekt. Hier wurde über das Ziel hinausgeschossen.“

Juristisch ist das keine leichte Sache. Nach dem Spruch des Landesverwaltungsgerichts ist nämlich nur die außerordentliche Revision möglich – ein langwieriges und mühevolles Unterfangen.


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