Schweiz: Erstmals in jedem SMI-Verwaltungsrat mindestens eine Frau

Zürich (APA/awp/sda) - Frauen sind in Verwaltungsräten der größten börsennotierten Unternehmen klar in der Minderheit. Doch macht die Schwei...

Zürich (APA/awp/sda) - Frauen sind in Verwaltungsräten der größten börsennotierten Unternehmen klar in der Minderheit. Doch macht die Schweiz auf diesem Feld Fortschritte. 2019 sitzt erstmals in allen Verwaltungsräten der im Leitindex SMI vertretenen 20 Unternehmen mindestens eine Frau.

Insgesamt sind jetzt 55 der 206 SMI-Verwaltungsräte weiblich, wie die Personalberatung Russell Reynolds Associates ausgewertet hat. Der Frauenanteil sei innerhalb von zwei Jahren von 21 auf 27 Prozent gestiegen.

In Österreich liegt laut der Unternehmensberatung hkp-Group der Frauenanteil in ATX-Aufsichtsräten im Durchschnitt bei 24 Prozent. Vorgeschrieben ist laut Aktiengesetz für die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen ein Frauenanteil von 30 Prozent. Auch in anderen Ländern gibt es verpflichtende Quoten.

In der Schweiz hatte sich die Rechtskommission des Ständerats erst vergangenen Freitag gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Mit 6 zu 5 Stimmen bei 1 Enthaltung beantragte sie, bei der Aktienrechtsrevision auf Geschlechterrichtwerte zu verzichten. Der Nationalrat hatte zuvor noch knapp dafür gestimmt, mit 95 zu 94 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Laut den Richtwerten soll im Verwaltungsrat jedes Geschlecht zu mindestens 30 Prozent vertreten sein, in der Geschäftsleitung zu mindestens 20 Prozent.

Nach der Kommission kann sich nun die gesamte kleine Kammer erneut damit befassen. Im Rahmen der Revision wird nicht nur über die Frauenquote entschieden, sondern auch über Bestimmungen zur Transparenz der Dienstleistungen von Stimmrechtsberatern oder die Einführung eines Kapitalbands.