Neuwahl - Doron Rabinovici: „FPÖ ist nicht regierungsfähig“

Wien (APA) - Die APA hat Kulturschaffende um Reaktionen zum Ende der türkis-blauen Regierung nach Auftauchen der Ibiza-Videos gebeten....

Wien (APA) - Die APA hat Kulturschaffende um Reaktionen zum Ende der türkis-blauen Regierung nach Auftauchen der Ibiza-Videos gebeten.

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Schriftsteller Doron Rabinovici:

Immer noch gibt der Kanzler nicht zu, wie unverantwortlich es war, mit dieser FPÖ eine Koalition einzugehen. Wir verdanken es dem kritischen Journalismus, dass die Machenschaften von Strache und den Seinen allseits sichtbar wurden. Das Video verdeutlicht, was ohnehin offenkundig war. Der Versuch, die österreichischen Medien zu gängeln und unabhängige Journalisten beiseitezuschieben, entspricht der freiheitlichen Ideologie. Die Parole „Unser Geld für unsere Leute“ ließ immer schon erkennen, wie eng Rassismus und Korruption zusammenhängt. Auch die Sehnsucht nach russischen Verbindungen und russischem Geld war nicht unbekannt. Die FPÖ ist nicht regierungsfähig. Wichtig wäre, bis zu den Neuwahlen, keine Ministerien in freiheitlicher Hand zu belassen. Alle anderen Parteien sollten in der Übergangszeit zusammenwirken, um unabhängige Persönlichkeiten zu finden, die zum Wohle der Republik für Aufklärung und Schadensbegrenzung sorgen.

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Gegenüber dem „Standard“ beschied der designierte Burgtheater-Direktor Martin Kusej:

Allein durch das Ende dieser Regierung wird sich die politische Situation nicht nachhaltig ändern. Deshalb traue ich der Sache nicht. Es wäre zu hoffen, dass dieser schonungslose Einblick in die kruden Gehirne zweier FPÖ-Politiker so viel Dynamik entwickelt, dass eine ganz grundsätzliche Veränderung in unserer Gesellschaft und politischen Kultur stattfindet. Ich war gestern am Ballhausplatz - den Jubel dort habe ich verstanden, bin aber skeptisch, ob er uns nicht bald im Halse stecken bleibt.

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Ebenfalls gegenüber dem „Standard“ teilte Künstlerin Renate Bertlmann mit:

Der leidenschaftliche Protest der Demonstranten am Ballhausplatz - ich war einer von ihnen - hat mich bestärkt, dass es mehr als notwendig ist, diese für unser Land beschämende Haltung mancher Politiker nicht mehr zu tolerieren und kategorisch zu verurteilen. Wir Kulturschaffende müssen alle weiteren Schritte, die jetzt von der Politik gesetzt werden, genauestens verfolgen und prüfen, wem wir in Zukunft unser Vertrauen schenken, und wir dürfen nicht die kleinste Respektlosigkeit gegenüber uns tolerieren!

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Und auch Schauspielikone Klaus Maria Brandauer äußerte sich gegenüber dem „Standard“:

Groß ist an diesem Skandal eigentlich nur das Entsetzen, mit dem man auf die vielen Details schaut, die jetzt ans Licht kommen. Der Rest ist so erbärmlich, dass man gar nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Das war eben kein einmaliger Ausrutscher, sondern ein ganzes System hat sich erneut von seiner dreckigen Seite gezeigt und steht jetzt blamiert bis auf die Knochen da.