Rosenkranz im Wahlkampf: Katholische Kirche gegen Salvini
Rom (APA) - Weil er bei einer Wahlveranstaltung in Mailand mit einem Rosenkranz in der Hand erschienen ist, hat sich der italienische Innenm...
Rom (APA) - Weil er bei einer Wahlveranstaltung in Mailand mit einem Rosenkranz in der Hand erschienen ist, hat sich der italienische Innenminister Matteo Salvini viel Kritik seitens der katholischen Kirche zugezogen. Kardinal Marcello Semeraro kritisierte Salvini wegen „verwerflicher Instrumentalisierung“ religiöser Symbole zu politischen Zwecken im Wahlkampf.
Bei der Großveranstaltung rechtspopulistischer Parteien am Samstag in Mailand hielt Salvini einen Rosenkranz, den er auch küsste. „Ich bin bereit, für Italien mein Leben zu geben“, sagte er und empfahl sich und alle Anwesenden dem „unbefleckten Herzen“ Marias und den sechs Schutzpatronen Europas, die er alle auflistete.
In seiner Ansprache vor Zehntausenden Lega-Aktivisten und den Chefs von elf rechtspopulistischen europäischen Parteien, darunter der FPÖ, auf dem Mailänder Domplatz betonte der Innenminister und Vizepremier, dass er mit Papst Franziskus und dessen Kritik an Italiens Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“ nicht einverstanden sei. „Ich sage Papst Franziskus: Die italienische Regierung ist dabei, die Zahl der toten Migranten im Mittelmeer auf null zu drücken. Wir retten Menschenleben. Das können wir mit Stolz sagen, wenn wir sonntags in die Messe gehen“, meinte Salvini.
Als der Innenminister den Papst nannte, hagelte es Pfiffe seitens der auf dem Mailänder Domplatz versammelten Lega-Aktivisten. Das katholische Wochenmagazin „Famiglia Cristiana“ kritisierte, dass Salvini „religiöse Instrumentalisierung zur systematischen Verletzung der Menschenrechte in Italien“ betreibe.
„Wir dürfen nicht erdulden, dass heilige Symbole unseres Glaubens für eine Politik missbraucht wird, die mit der evangelischen Botschaft in krassem Widerspruch stehen. Wer Salvini unterstützt, kann sich nicht als Christ bezeichnen, weil er das Gebot der Liebe verworfen hat“, so der sizilianische Bischof, Domenico Mogavero, der sich für Migranten einsetzt.
Salvini reagierte gelassen auf die Kritik aus den Kirchenreihen. „Die Kirchenmänner sollten sich nicht über meinen Rosenkranz sondern über den islamischen Fundamentalismus Gedanken machen, der unsere Geschichte vernichten will“, so der Lega-Chef.
Kommentare