Vermisste Studentin in Nicaragua nach über 48 Stunden aufgetaucht
Managua (APA/dpa) - Im Konflikt zwischen Regierung und Opposition in Nicaragua ist eine über mehr als 48 Stunden vermisste Anführerin einer ...
Managua (APA/dpa) - Im Konflikt zwischen Regierung und Opposition in Nicaragua ist eine über mehr als 48 Stunden vermisste Anführerin einer Studentenbewegung wieder aufgetaucht. Zayda Hernández sei mit gefesselten Handgelenken am Osteingang der Kathedrale in der Hauptstadt Managua gefunden worden, berichtete die Tageszeitung „La Prensa“ am Sonntag (Ortszeit).
Die 26-Jährige sei zuletzt am Freitag in der Nähe der Kathedrale gesehen worden, wo eine Protestaktion stattfand. Bisher habe sie keine Auskunft über die Gründe ihres Verschwindens gegeben.
Das Oppositionsbündnis Alianza Cívica hatte am Sonntag Aufklärung über das Schicksal der Aktivistin verlangt. Auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, und die US-Botschaft in Nicaragua übten auf Twitter Druck auf die Regierung unter Präsident Daniel Ortega aus.
Im April vergangenen Jahres waren zunächst vor allem Studenten auf die Straße gegangen, um gegen eine geplante Sozialreform zu protestieren. Zwar kassierte die Regierung den Gesetzesvorschlag schnell wieder, doch die Demonstrationen weiteten sich immer weiter aus. Die Opposition fordert Neuwahlen, ein Ende der Repression und eine freie Presse. Nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) kamen bei den Protesten mindestens 325 Menschen ums Leben. Die Regierung beziffert die Zahl der Todesopfer auf 199, Oppositionsgruppen auf über 550.
Kommentare