Europas Leitbörsen weiten im Verlauf Verluste aus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag ihre Verluste ausgeweitet. Der Handelskonflikt zwischen den USA und ...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag ihre Verluste ausgeweitet. Der Handelskonflikt zwischen den USA und der Volksrepublik China dürfte wieder thematisch aufkochen, womit vorerst auch die US-Börsen mit einem tieferen Handelsstart erwartet werden.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel um 1,51 Prozent auf 3.373,93 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.20 Uhr mit 12.052,58 Punkten und minus 1,52 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor 1,02 Prozent und steht nun bei 7.273,52 Stellen.

Anleger wollen sich aus Sorgen zukünftiger Entwicklungen im Handelsstreit nicht auf größere Engagements einlassen. Derzeit komme es zu Gewinnmitnahmen, da in der Vorwoche teilweise eindeutige Aufschläge verbucht worden seien, kommentierte ein Börsianer.

Darüber hinaus bilde das Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran ein weiteres Spannungsfeld, erklärten Analysten. Zuletzt drohte US-Präsident Donald Trump dem Nachbar Iraks mit einer kompletten Auslöschung.

Mit Blick auf die Branchentafel traten zunehmend die Anteilsscheine der europäischen Halbleiterindustrie in den Fokus. Nachdem bereits am Wochenende die Google-Mutter Alphabet angekündigt hatte, ihre Geschäfte mit dem chinesischen Telekomgiganten und Smartphone-Herstellers Huawei einzuschränken, dürften zu Wochenbeginn Branchenkollegen diesseits des Atlantiks mitgezogen sein.

Unter diesen Unternehmen befand sich Infineon, deren Aktien mit minus 4,62 Prozent tendierten. Der Chiphersteller liefere vorerst keine in den USA hergestellten Produkte mehr an Huawei, hatte er bekannt gegeben.

Im Kielwasser dieser Entwicklungen zogen zudem Sicroelectronics um 8,09 Prozent nach unten. ASML gaben um 4,09 Prozent nach. Die Aktien des heimischen Sensorikkonzerns ams rutschten gar um 9,19 Prozent ab.

Nokia kletterten hingegen um 1,97 Prozent nach oben. Börsianer wiesen darauf hin, dass die Wertpapierexperten der Nordea die Titel auf „Buy“ hochgestuft hatten. Mit ihrer 5G-Technologie steht Nokia im direkten Wettbewerb zu Huawei und dürfte von den Ereignissen um den chinesischen Konzern profitiert haben.

Aufgrund schwacher Zahlen von Ryanair ging es indes in der Flugfahrtbranche ebenfalls bergab. Die Aktien des in Dublin notierten Unternehmens sackten um 3,98 Prozent ab. In London gaben Easyjet 2,65 Prozent ab.

Tiefer eingetrübt war die Stimmung bei den Anlegern des Reiseveranstalters Thomas Cook. Die Aktien verloren 17,54 Prozent, nachdem sich das Papier bereits in den Vortagen deutlich reduziert hatte. Der Konzern gerate in eine Krise, war zuletzt bekannt geworden. Begründet wird dies unter anderem mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU und dem harten Preiskampf im Sommergeschäft. Die Aktien des Branchenkollegen Tui gaben um 4,66 Prozent nach.

Unter den weiteren Einzelwerten verloren die Aktien der Deutschen Bank 3,29 Prozent. Mitarbeiter des Geldhauses wollten einem Zeitungsbericht zufolge einige Transaktionen bei Firmen von US-Präsident Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner wegen Auffälligkeiten der Finanzaufsicht melden. Führungskräfte hätten dies aber abgelehnt, schrieb die „New York Times“ am Sonntag unter Berufung auf fünf frühere und derzeitige Mitarbeiter der Deutschen Bank.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA307 2019-05-20/13:43