Wiener Börse (Nachmittag) - ATX sackt inmitten Regierungskrise ab
Wien (APA) - Während am Montag die Weichen für Neuwahlen in Österreich gestellt werden, ist die Wiener Börse am Nachmittag weiter ins Minus ...
Wien (APA) - Während am Montag die Weichen für Neuwahlen in Österreich gestellt werden, ist die Wiener Börse am Nachmittag weiter ins Minus getrudelt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 3.006,28 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 52,22 Punkten bzw. 1,71 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,41 Prozent, FTSE-100/London 0,97 Prozent und CAC-40/Paris -1,49 Prozent.
Der Rücktritt des Vizekanzlers Heinz-Christian Strache hatte den Ausruf von Neuwahlen für September ausgelöst. Grund dafür ist das Ibiza-Video, in dem Strache möglicherweise unlautere Praktiken der Parteienfinanzierung anspricht. Ausschlaggebend für Verluste im ATX dürfte die Regierungskrise wohl kaum gewesen sein. Denn auch an den europäischen Leitbörsen ging es bergab.
Weiterhin belastet der Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China. Die negativen Folgen der gegenseitig verhängten Strafzölle bekommen inzwischen auch europäische Firmen zu spüren, wie eine Mitgliederbefragung der EU-Handelskammer in Peking ergab. Vorerst lassen daneben gescheiterte Gespräche zwischen der britischen Regierung und der Opposition über einen Kompromiss im Streit um den EU-Austritt Großbritanniens viele Fragen offen.
Diese Unsicherheiten bremsen die globale Konjunktur und damit auch die heimische Wirtschaft: Ökonomen der Bank Austria rechnen heuer nur mehr mit einem Wachstum von 1,4 Prozent statt wie im März noch mit 1,5 Prozent.
Belastet wurde der heimische Leitindex vor allem von Kursverlusten bei den Aktien des Stahlriesens voestalpine (minus 1,41 Prozent) und des Versicherers UNIQA (minus 2,58 Prozent).
Auch die schwergewichtigen Bankwerte mussten Federn lassen. Deutliche Abschläge bei der Erste Group von minus 4,61 Prozent bei 32,29 Euro sind dadurch bedingt, dass die Titel heute ex Dividende gehandelt werden. Ohne den Dividendenabschlag fielen Erste Group um 0,80 Prozent. Indes sanken Raiffeisen um 0,51 Prozent und BAWAG um 1,08 Prozent.
Zwar dürfte sich das Enthüllungsvideo über den FPÖ-Politiker Strache kaum auf die Aktien der Strabag auswirken, Gesprächsthema ist es allemal. Denn der Baukonzern will nun die Auftragsvergaben des vergangenen Jahres noch einmal prüfen lassen. Strache hatte einer vermeintlichen russischen Großinvestorin öffentliche Bauaufträge in Aussicht gestellt: Die Strabag werde keine staatlichen Aufträge mehr bekommen, stattdessen werde eine von der Frau zu gründende Baufirma berücksichtigt. Die Strabag-Aktien gewannen am Nachmittag um 1,06 Prozent.
Außerdem öffnen am morgigen Dienstag CA Immo (plus 0,75 Prozent) und Wiener Flughafen (plus 0,13 Prozent) ihre Bücher für das erste Quartal.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 3.057,54 Punkten, das Tagestief lag gegen 13.00 Uhr bei 3.002,17 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,54 Prozent tiefer bei 1.520,35 Punkten. Im prime market zeigten sich zehn Titel mit höheren Kursen, 27 mit tieferen und keiner unverändert. In elf Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 991.221 (Vortag: 876.762) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 26,55 (24,41) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 303.555 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 9,84 Mio. Euro entspricht.
~ ISIN AT0000999982 ~ APA352 2019-05-20/14:26
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