ifo-Umfrage: Misstrauen in Europa gegen chinesische Investitionen

München/Wien (APA/AFP/dpa) - Chinesische Direktinvestitionen lösen in den USA und der Europäischen Union unter Wirtschaftsexperten größeres ...

München/Wien (APA/AFP/dpa) - Chinesische Direktinvestitionen lösen in den USA und der Europäischen Union unter Wirtschaftsexperten größeres Misstrauen aus als die Aktivitäten anderer Länder. Das hat eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Münchner ifo-Instituts unter 1.012 Fachleuten in 81 Ländern ergeben. In Österreich ist die Skepsis im Vergleich zu den anderen EU-Ländern überdurchschnittlich stark ausgeprägt.

In der EU bewerteten zwei Drittel der befragten Fachleute chinesische Direktinvestitionen leicht oder sogar deutlich negativ, in Österreich und den USA waren es mit 78 Prozent wesentlich mehr. Insgesamt überwog die negative Sicht in fast drei Viertel der 81 Länder. Gründe sind vor allem die Sorge vor dem Abfluss von Technologie-Know-how und befürchtete Einflussnahme der chinesischen Regierung.

Von den Investitionsarten wird in Österreich „Equity Capital“ (78 Prozent) am negativsten gesehen, gefolgt von „Brownfield“-Investitionen (67 Prozent) und Investitionen auf der grünen Wiese (33 Prozent), wie das ifo-Institut der APA mitteilte. Die heimischen Experten befürchten vor allem einen Techniktransfer (84 Prozent) und eine mögliche Einflussnahme der chinesischen Regierung (73 Prozent).

Zu den größten China-Skeptikern gehören - neben Österreich und den USA - Deutschland, Australien, Kanada, Belgien, Frankreich und die Niederlande.

Experten aus Schwellen- und Entwicklungsländern berichten von einem weniger kritischen Klima. In Ägypten, Aserbaidschan, Armenien, Ecuador, Nigeria und den Philippinen etwa sahen sie keinen Unterschied zwischen China und anderen Ländern, auch in Griechenland und in Lettland ist dies so. In einigen Staaten haben chinesische Investoren sogar einen Vorteil gegenüber anderen ausländischen Investoren, beispielsweise in Pakistan, Georgien, der Türkei und Russland.

Im Rahmen seines „World Economic Survey“ befragt das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut vierteljährlich Wissenschaftler, Banken-Volkswirte und andere Experten. In Europa wurde die Meinung von 218 Fachleuten zu deren Einstellung gegenüber chinesischen Direktinvestitionen im Vergleich zu Investoren aus anderen Ländern eingeholt.

~ WEB http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome ~ APA383 2019-05-20/15:17