Menschenrechtler werfen Indien systematische Folter in Kaschmir vor

Srinagar (APA/dpa) - Zwei indische Menschenrechtsorganisationen haben dem Staat systematische Folter von Zehntausenden Zivilisten im indisch...

Srinagar (APA/dpa) - Zwei indische Menschenrechtsorganisationen haben dem Staat systematische Folter von Zehntausenden Zivilisten im indischen Teil Kaschmirs vorgeworfen. Die Autoren eines am Montag veröffentlichten Berichts riefen den UNO-Sicherheitsrat dazu auf, den Fall an den Internationalen Strafgerichtshof zu verweisen.

In dem Bericht schilderten die zwei örtlichen Gruppen Zivilgesellschaftliche Koalition Jammu-Kaschmir (JKCCS) und Vereinigung der Eltern verschwundener Personen (APDP) detailliert 432 Fälle angeblicher Folter seit 1990. 40 der Opfer seien an den Folgen gestorben, hieß es. Die Folter sei ein Instrument der Kontrolle, alle Organe des Staates seien daran beteiligt.

Der UNO-Menschenrechtsrat solle eine Untersuchungskommission gründen, hieß es weiter. Dazu hatte das UNO-Menschenrechtsbüro bereits in einem Bericht vom vergangenen Jahr aufgerufen, in dem es eine Situation chronischer Straflosigkeit der Streitkräfte in Kaschmir feststellte. Die indische Regierung wollte sich zu dem neuen Bericht zunächst nicht äußern. Seit dem Jahr 1990 haben die Streitkräften im von Indien kontrollierten Teil der Unruheregion per Gesetz weitreichende Sonderbefugnisse.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder das Himalaya-Tal Kaschmir für sich. Immer wieder kommt es im von Indien verwalteten Teil zu Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Separatisten, die eine Abspaltung des überwiegend muslimischen Kaschmirs vom mehrheitlich hinduistischen Indien wollen.

~ WEB http://www.ohchr.org/ ~ APA406 2019-05-20/15:43