Mehr als 30 Tote bei Gefängnisrevolte von Islamisten in Tadschikistan

Duschanbe (APA/dpa/AFP) - In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien sind bei einer Gefängnisrevolte 32 Mens...

Duschanbe (APA/dpa/AFP) - In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien sind bei einer Gefängnisrevolte 32 Menschen getötet worden. Der Aufstand sei am Sonntagabend von verurteilten Mitgliedern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angezettelt worden, teilte das Justizministerium in der Hauptstadt Duschanbe am Montag mit.

Die Behörden in dem Nachbarland von Afghanistan gehen davon aus, dass die inhaftierten Anhänger aus dem Straflager fliehen wollten. Sie hätten zunächst drei Wachleute erstochen, „um die anderen einzuschüchtern“, hieß es. Außerdem hätten die Angreifer fünf Mithäftlinge getötet, mehrere verletzt und die medizinische Abteilung in Brand gesetzt. Wie viele Verletzte es gab, war zunächst unklar. Beim Eingreifen der Sicherheitskräfte wurden den Angaben zufolge 24 verurteilte IS-Mitglieder getötet und 35 überwältigt.

Das Straflager Vakhdat liegt etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt der Ex-Sowjetrepublik entfernt. Dort sind etwa 1.500 Gefangene untergebracht. Nach Mitteilung der Behörden vom Montag ist „die Situation gegenwärtig unter vollständiger Kontrolle“. Die Lage habe sich bereits in der Nacht wieder normalisiert. Die Staatsanwaltschaft wollte den Vorfall untersuchen.

Erst im November vergangenen Jahres waren bei einer Gefängnisrevolte in Tadschikistan mehr als 20 Menschen getötet worden.

Das gebirgige Land kämpft ebenso wie seine Nachbarstaaten seit Jahrzehnten gegen Bandenkriminalität, Drogenschmuggel und Extremismus. Das muslimisch geprägte Tadschikistan zählt zu den ärmsten Ländern der Region. Die Regierung unter Präsident Emomali Rachmon (Rakhmon) geht restriktiv gegen islamistische Einrichtungen und Andersdenkende vor.

Radikalisierung und Extremismus sind in Zentralasien ein Problem. Nach Schätzungen sollen aus Tadschikistan Hunderte Menschen auf der Seite der Terrorgruppe in Syrien und im Irak kämpfen.

Unter den Toten in Vakhdat waren nach Gefängnisangaben zwei bekannte Mitglieder der verbotenen Partei der Islamischen Wiedergeburt Tadschikistans. Einer der Anführer des Aufstands war den Angaben zufolge Bechrus (Bekhruz) Gulmurod, der Sohn eines ehemaligen Leiters einer tadschikischen Spezialeinheit, der sich dem IS in Syrien angeschlossen hatte und im September 2017 getötet wurde. Der 20-jährige Gulmurod war im Juli 2017 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er ebenfalls versucht hatte, sich dem IS in Syrien anzuschließen.