Zürcher Börse schließt mit Verlusten, ams-Aktie gibt 13,4% ab

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Handelsstreit zwischen China und den USA hat den Schweizer Aktienmarkt am Montag fest im Griff. Sanktionen der US...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Handelsstreit zwischen China und den USA hat den Schweizer Aktienmarkt am Montag fest im Griff. Sanktionen der US-Regierung gegen den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei trübten die Stimmung merklich ein und dämpften die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Auseinandersetzungen.

„Wir haben uns von einer Lösung des Streits weiter wegbewegt“, sagte ein Händler. Zudem wurde die steigende Spannung zwischen den USA und dem Iran zunehmend als belastend eingestuft.

US-Präsident Donald Trump hat Huawei von wichtiger Technologie abgeschnitten. Die Chinesen sind ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Mit den US-Sanktionen verliert die Firma auch den Zugang zu Chips aus dem Westen. Am Markt wurden Gegenmaßnahmen Chinas befürchtet. Zudem könnten die westlichen Firmen vom wichtigen Markt China abgeschnitten werden. Auch könnten westliche Produkte wie etwa das iPhone in China boykottiert werden, hieß es weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,80 Prozent im Minus bei 9.582,08 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 1,12 Prozent auf 1.477,43 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80 Prozent auf 11.578,95 Punkte.

Stark unter Druck standen die Technologiewerte, die unter den negativen Branchennachrichten im Kontext zu Huawei Terrain einbüßten. Dies löste heftige Gewinnmitnahmen aus und ließ die Papiere der heimischen ams AG um über 13 Prozent einbrechen. Der Titel des Sensorenherstellers und Zulieferers für die Smartphone-Industrie hat im laufenden Jahr etwa 80 Prozent gewonnen. Wie sich die Huawei-Sanktionen auf Zulieferer wie ams auswirken werden, könne noch nicht wirklich gesagt werden, hieß es dazu am Markt.

Im Sog der ams-Titel verloren auch die Technologiewerte Logitech (-3,0 Prozent) und Temenos (-2,3 Prozent) deutlich an Wert. Auch von den Aktien des stark auf China ausgerichteten Uhrenherstellers Swatch (-2,4 Prozent) trennten sich die Anleger.

Zyklische Firmen wie Clariant (-2,3 Prozent), das Logistikunternehmen Kühne + Nagel (-1,9 Prozent) oder ABB (-1,7 Prozent) verloren ebenfalls deutlich an Terrain.

Bei den Bluechips büßten zudem Julius Bär (-4,7 Prozent) nach einer Abstufung auf „Neutral“ durch die UBS kräftig an Wert ein. Die Großbanken Credit Suisse (-1,3 Prozent) und UBS (-0,7 Prozent) konnten die Einbußen noch ein wenig eingrenzen.

Ein deutliches Minus von 4,6 Prozent oder 2,48 Franken wiesen die Aktien von LafargeHolcim auf. Der Baustoffkonzern wurde ex-Dividende von zwei Franken je Aktie gehandelt. LafargeHolcim hat die Aktivitäten in Malaysia verkauft und kann damit die Nettofinanzschulden um knapp 600 Millionen senken.

Bei den Marktschwergewichten hielten sich Nestlé (-0,5 Prozent) und Roche (-0,1 Prozent) recht stabil, Novartis (-1,4 Prozent) dagegen standen unter Druck.

Unter den wenigen Gewinnern waren die dividendenstarken Aktien von Swisscom (+0,9 Prozent), Swiss Re (+0,7 Prozent) oder Schindler (+0,8 Prozent).

Die Anteile von Richemont (+0,3 Prozent) wurden laut Händlern von positiven Analystenkommentaren gestützt. Der Luxusgüterkonzern hatte am vergangenen Freitag den Jahresabschluss 2018/19 veröffentlicht.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA511 2019-05-20/18:19