Ibiza-Video - Dodik spricht von „abgekartetem Spiel“

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Der für seinen Separatismus bekannte bosnisch-serbische Politiker Milorad Dodik, Vertreter der Serben in der dre...

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Der für seinen Separatismus bekannte bosnisch-serbische Politiker Milorad Dodik, Vertreter der Serben in der dreiköpfigen Staatsführung Bosniens, ist überzeugt, dass es sich bei der Ibiza-Affäre um ein „abgekartetes Spiel“ gehandelt hat. Die gute Zusammenarbeit mit der FPÖ wolle er jedenfalls fortsetzen, ließ Dodik am Montagabend laut Medienberichten wissen.

„Wir haben eine gute Zusammenarbeit und werden diese weiterführen. Offensichtlich handelt es sich um ein abgekartetes Spiel“, sagte Dodik zu dem Ibiza-Video, das am Samstag zum Rücktritt von Vizekanzler Heinz-Christian Strache sowie FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und infolgedessen zur Aufkündigung der türkis-blauen Regierungskoalition führte.

Auch zwei Jahre nach Aufzeichnung des Videos habe es „keinen Schaden“ gegeben, meinte Dodik. Es habe nichts von dem stattgefunden, was in dem Video gesagt wurde. Angesichts der Entwicklungen in Österreich ortete der Serbenführer eine „Balkanisierung“ der europäischen politischen Situation, ohne dies näher zu erläutern.

Die FPÖ unterhält enge Beziehungen zu Dodik. Strache und Gudenus hatten sich in der Vergangenheit mehrmals für die Unabhängigkeit der Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina - und damit für Dodiks Linie - ausgesprochen und für heftige Diskussionen gesorgt. Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Ibiza-Videos hatte Dodik nach einem Treffen mit Strache in Wien angekündigt, dass seine Partei (SNSD) bei der kommenden Europawahl die FPÖ „symbolisch“ unterstützen würde.