Bezirk Kufstein

Empfangsbestätigung per Mail: Wörgl lässt Bürger im Ungewissen

(Symbolbild)
© iStock

Scheinbar technische (Un-)Möglichkeiten sorgten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung für Stirnrunzeln.

Wörgl –Etwas unorganisiert wirkte der Wörgler Gemeinde­rat am Dienstagabend bei seiner öffentlichen Sitzung. Tagesordnungspunkte musst­en aufgrund fehlender Auskünfte und Gutachten abgesetzt werden, andere wurden während der Versammlung an die Ausschüsse verwiesen und damit vertagt. „Wieso kommen die Punkte dann überhaupt auf die Tagesordnung?“, wunderte sich GR Richard Götz (Wörgler Grüne). So etwas passiere nun mal, meinte BM Hedi Wechner (Liste Hedi Wechner) dazu.

Für erstaunte Blicke sorgte auch die Diskussion um die Änderung einer neuen Einbringungsverordnung. Dabei sorgte weniger die neue Verordnung per se für Klärungsbedarf, sondern vielmehr die Frage nach der Serviceleistung einer modernen Gemeinde. Der Frage der grünen Fraktion, wieso man bei der elektronischen Eingabe von Daten (Online-Formulare oder E-Mails mit Anhängen) keine Empfangsbestätigung per E-Mail erhalte, begründete Stadtamtsdirektorin Simone Riedl damit, dass dies „technisch derzeit nicht möglich“ sei, und löste damit auch ein Tuscheln im Zuschauerraum aus. Wenn ein Anhang nicht lesbar oder vom Spamfilter als bedenklich gekennzeichnet wird, wird diese Mail auto­matisch gelöscht – ebenfalls ohne den Sender zu informieren. Ob eine Online-Eingabe ankommt oder nicht, ist für den Nutzer also nicht nachvollziehbar. „Ich gehe davon aus, dass eine amtliche Eingab­e wichtig ist. Wenn ich dann eine Frist versäume, ist es am Ende mein Versäumnis, obwohl ich es gar nicht gewusst habe“, wunderte sich auch BM Hed­i Wechner. Die Stadtamtsdirektorin sprach daraufhin ihr­e Empfehlung aus, wichtige Dokumente doch lieber per Post zu schicken. Die Website der Gemeinde werde allerdings bald aktualisiert, ob dann auch das angesprochene Problem gelöst werden kann, ist fraglich.

Auch andere Verpflichtungen standen auf dem Tagesprogramm – etwa der Beitritt der Stadtwerke Wörgl zum Wasserverband Brixentaler Ache. Neben den Gemeinden müsse auch diese als Infrastrukturträger neben ÖBB und Tiwag ihren Beitrag zum Kraftwerk Egerndorf leisten. 80 Prozent des 15-Mio.-Euro-Projekts tragen Bund und Land, für die Stadtwerke bleiben dabei knapp 17.600 Euro.

In die Tasche greift die Gemeinde auch beim Ankauf einer Wohnung im Stadtamtsgebäude. Die Amts­stuben platzen aus allen Nähten, berichtete BM Wechner. Für 210.000 Euro stehen den Mitarbeitern nach einem derzeit noch nicht budgetierten Umbau vier weitere Büros zur Verfügung. (jazz)