Kreml warnt Selenskyj vor Forderung nach weiteren US-Sanktionen

Kiew (APA/AFP) - Moskau hat den neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj davor gewarnt, die USA um eine Ausweitung ihrer Sanktione...

Kiew (APA/AFP) - Moskau hat den neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj davor gewarnt, die USA um eine Ausweitung ihrer Sanktionen gegen Russland zu bitten. Dies werde der Ukraine „nicht helfen, das Problem im Südosten zu lösen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag mit Verweis auf den Konflikt in der Ostukraine.

Selenskyj hatte zuvor bei einem Treffen mit US-Vertretern in Kiew angeregt, Washington solle die Sanktionen gegen Moskau verschärfen. Der ehemalige Schauspieler und Komiker Selenskyj war am Montag offiziell in sein Amt als neuer ukrainischer Staatschef eingeführt worden. Bei seiner Antrittsrede im Parlament erklärte er ein Ende des Ostukraine-Konflikts zu seiner ersten Priorität. „Wir werden nicht in der Lage sein, die russische Aggression in Donbass und auf der Krim alleine zu bewältigen“, sagte er seinem Büro zufolge am Dienstag der US-Delegation.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit Jahren schwer belastet. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und unterstützt außerdem separatistische Kämpfer im Osten des Landes.

Auch US-Energieminister Rick Perry war Teil der US-Delegation in Kiew. Er erklärte, Washington beabsichtige Sanktionen wegen des deutsch-russischen Pipeline-Projekts Nord Stream 2 zu verhängen. „Der Widerstand gegen Nord Stream 2 ist in den Vereinigten Staaten durchaus noch gesund und munter“, wurde Perry in einer Mitteilung der US-Botschaft in Kiew zitiert.

Demnach erwartet der Minister, dass der US-Kongress ein entsprechendes Gesetz „im Laufe der nicht zu weit entfernten Zukunft“ verabschieden werde. Das Gesetz werde „sehr, sehr lästige Beschränkungen“ für Unternehmen beinhalten, die Geschäfte mit der Pipeline machen würden.

Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland nach Deutschland transportieren und ist besonders in Osteuropa und den USA umstritten.