Biotech-Präparate ohne Patentschutz können erhebliche Kosten sparen
Wien (APA) - Eine neue Studie des österreichischen Biosimilarsverbandes - dies sind die Hersteller von Biotech-Medikamenten nach Patentschut...
Wien (APA) - Eine neue Studie des österreichischen Biosimilarsverbandes - dies sind die Hersteller von Biotech-Medikamenten nach Patentschutzablauf - könnte in den nächsten fünf Jahren zu Kosteneinsparungen von rund 500 Millionen Euro führen. In den vergangenen zehn Jahren hätten diese Medikamente bereits zu um rund 200 Millionen Euro verringerten Preisen geführt, hieß es am Dienstag in Wien.
„88 Prozent des Biosimilar-fähigen Marktes werden derzeit noch nicht ausgeschöpft. Der Umsatz von Biosimilars stieg im Krankenhaus mit 88 Prozent von 2016 auf 2018 rapide an, im Vergleich dazu im niedergelassenen Bereich mäßig mit nur 34 Prozent. Hier sehen wir noch Handlungsbedarf“, erklärte Sabine Möritz-Kaisergruber, Präsidentin des Biosimilarsverbandes Österreich (BiVÖ).
Bei den Medikamenten handelt es sich um Biopharmazeutika, welche in der Behandlung schwerer Erkrankungen wie Krebs, Autoimmunleiden, Wachstumsstörungen, Osteoporose oder Blutgerinnungsstörungen eingesetzt werden. Nach Ablauf des Patentschutzes werden sie quasi als Nachahme-Präparate entwickelt. Sie entsprechen den Originalen weitestgehend, aber nicht vollständig. Auf der anderen Seite können sie die Arzneimittelkosten um bis zu mehr als 50 Prozent senken, hieß es bei der Pressekonferenz.
Derzeit sind in Österreich 33 Biosimilars zu 13 Referenzprodukten am Markt zugelassen. In Europa stehen mehr als 50 durch die europäische Arzneimittelagentur EMA zugelassene Medikament dieser Art zur Verfügung. Das erste Biosimilar-Präparat stammte aus Österreich: Sandoz erhielt als erstes internationales Pharmaunternehmen eine Zulassung für ein solches Medikament. „Bis 2023 verlieren weitere zwölf Biologika ihr Patent. Bleibt der Markt für Biosimilarsanbieter attraktiv, steht dem österreichischen Gesundheitssystem erneut großes Entlastungspotenzial zur Verfügung“, sagte Möritz-Kaisergruber.
Kommentare