Ibiza-Video - Belgrader Zeitung sieht Parallelen Strache-Vucic

Belgrad/Wien (APA) - Die regierungskritische Belgrader Tageszeitung „Danas“ hat am Mittwoch das Skandalvideo mit dem zurückgetretenen Vizeka...

Belgrad/Wien (APA) - Die regierungskritische Belgrader Tageszeitung „Danas“ hat am Mittwoch das Skandalvideo mit dem zurückgetretenen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für eine Analyse des Geschäftsklimas in Serbien genutzt und dabei Vergleiche zwischen dem „Strache-Modell“ und den Praktiken des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic gezogen.

In einem umfassenden Artikel unter dem Titel „Auch Vucic zieht Investoren nach Strache-Modell an“ analysierte der Belgrader Wirtschaftsjournalist Misa Brkic die Geschäftspraktiken der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) bzw. ihres Chefs Vucic.

„Wie (der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian) Strache in Wien ist auch Aleksandar Vucic in Belgrad laufend damit beschäftigt, Geld zur Festigung der Konkurrenzfähigkeit seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) zu sichern, um sie materiell zu befähigen, die führende Partei zu bleiben.“ Dem Belgrader Analysten zufolge nutzt Vucic dafür staatliche Ressourcen und ausländische Investoren als wichtigste Finanzierungsquellen.

Dem Autor zufolge leben Investoren, die dank einer Direktvereinbarung mit dem Präsidenten nach Serbien kommen, in „Geschäftsoasen“, in denen nicht dieselben Regeln wie für andere Firmen gelten. Im Rat ausländischer Investoren (FIC) zusammengeschlossene „alte“ Investoren, beschwerten sich seit Jahren über das Geschäftsklima, stellte Brkic fest. Sie kamen vor 2012, dem Jahr, in dem die SNS die Regierung übernahm, nach Serbien. Vonseiten der später angekommenen „neuen Investoren“ gebe es dagegen keine einzige Beschwerde. Zu den FIC-Mitgliedern zählt laut dem Autor kein einziger ausländischer Investor, der sich in den letzten fünf oder sechs Jahren dank Vucic in Serbien engagierte.