Polizei-Black-Hawk im Wahlspot - Ärger für PiS-Politiker in Polen

Warschau (APA/dpa) - Ein Politiker der polnischen Regierungspartei PiS steht wegen seines Werbespots zur Europawahl im Kreuzfeuer der Kritik...

Warschau (APA/dpa) - Ein Politiker der polnischen Regierungspartei PiS steht wegen seines Werbespots zur Europawahl im Kreuzfeuer der Kritik.

In dem Clip habe Marek Opiola, Leiter der parlamentarischen Kommission für Geheimdienste und Kandidat der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) für das Europaparlament, ohne Absprache einen Black-Hawk-Hubschrauber der Polizei für Wahlkampfzwecke benutzt, hieß es in einem Schreiben der Beamten, das auf Twitter veröffentlicht wurde. Es sei keine Rede davon gewesen, die Polizei in die Wahlkampagne einzubinden, kritisiert darin Hauptkommandant Jaroslaw Szymczyk. „Ich bin verärgert und fühle mich betrogen“, hieß es weiter.

Demnach gab Opiola an, das Videomaterial würde im Rahmen seiner Arbeit als Kommissionsleiter gebraucht. Doch der Black-Hawk tauchte dann in einem in sozialen Netzwerken verbreiteten Wahlspot des Politikers auf. In dem Clip springt Opiola - in Helm und kugelsicherer Weste - aus dem Hubschrauber und schreitet zum Handschlag mit Beamten einer Anti-Terror-Einheit. Die Verbreitung des Clips wurde inzwischen gestoppt - auf Forderung der Polizei.

Auch bei den PiS-Parteikollegen kam die Nutzung des Polizei-Hubschraubers für Wahlkampfzwecke nicht gut an. „Das wird von uns auf keinen Fall akzeptiert“, kritisierte in einem Bericht des Senders TVN24 vom Mittwoch PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski und kündigte Konsequenzen an. Opiola droht Berichten zufolge bei der nächsten Parlamentssitzung im Juni seinen Kommissionsvorsitz zu verlieren.