Asbest-Skandal in Italien: Schweizer Industrieller verurteilt
Rom/Turin/Bern (APA) - Ein Gericht in Turin hat am Donnerstag den Schweizer Unternehmer Stephan Schmidheiny wegen fahrlässiger Tötung zu vie...
Rom/Turin/Bern (APA) - Ein Gericht in Turin hat am Donnerstag den Schweizer Unternehmer Stephan Schmidheiny wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt. Im Verfahren ging es um den Tod zweier Arbeitnehmern in einem Eternit-Werk bei Turin, der auf asbestbedingte Krankheiten zurückzuführen wäre. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für den Großunternehmer beantragt.
Die von Schmidheiny geführte Schweizer Eternit-Gruppe SEG war von 1973 bis zum Konkurs 1986 zunächst größter und später Hauptaktionär der Eternit Italia SpA. Der Prozess in Turin ist eines mehrerer Verfahren, die in Italien seit Jahren gegen Eternit laufen. Der Schweizer muss sich auch in Neapel wegen vorsätzlicher Tötung in Zusammenhang mit asbestbedingten Krankheiten in einem Werk der Firma Eternit in Neapel verantworten.
Ein Verfahren gegen Schmidheiny war im November 2014 letztinstanzlich mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Das Oberste Gericht in Rom sah die Vorwürfe gegen den Industriellen, vorsätzlich eine bis heute andauernde Umweltkatastrophe verursacht zu haben, als verjährt an.
Die Verteidigung Schmidheinys protestierte am Donnerstag gegen das Urteil. „Diese Verurteilung entbehrt jeder rechtlichen Grundlage und ist skandalös. Während die lokal verantwortlichen Manager vor dem selben Gericht für dieselben Vorgänge freigesprochen wurden und auch in vergleichbaren Fällen Freisprüche erfolgen, soll Schmidheiny für vier Jahre in Haft. Offensichtlich gilt in Turin nicht für alle Personen gleiches Recht“, so die Verteidiger in einer Presseaussendung.
~ WEB http://www.eternit.at ~ APA322 2019-05-23/13:51
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