Ibiza-Video – Russisches Außenamt kritisiert internationale Medien

Moskau (APA) - Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, hat am Donnerstag internationale Medien heftig für ihre Be...

Moskau (APA) - Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, hat am Donnerstag internationale Medien heftig für ihre Berichterstattung zum Skandal-Video kritisiert, dessen Veröffentlichung vor wenigen Tagen zu einer Regierungskrise in Österreich geführt hat. Konkret nannte sie dabei den Fernsehsender „Euronews“ sowie das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

„Es gibt den Eindruck, dass Massenmedien, insbesondere in Deutschland, fieberhaft wieder einmal alles verwenden wollen, um mit dem neuen Ibiza-Gate ihren eigenen Skandal im Zusammenhang mit der Causa Relotius zu überdecken. Sie gehen aber bei diesen Versuchen erneut von klassischer Russophobie aus“, sagte Sacharowa bei ihrem wöchentlichen Medienbriefing im Außenministerium in Moskau.

Konkret bemängelte sie beim Fernsehsender „Euronews“, dass dieser über einen „Korruptionsskandal in Verbindung mit Russland“ berichtet habe. Dabei gebe es nach bisherigem Erkenntnisstand keinen Zusammenhang mit Russland, unter den involvierten Personen fänden sich auch keine russischen Staatsbürger.

Heftige Kritik übte sie auch am „Spiegel“, der gemeinsam mit der „Süddeutschen Zeitung“ Ende vergangener Woche die Causa publik gemacht hatte. Das deutsche Wochenmagazin hänge „schon lange und fest an der antirussischen Nadel“ und habe sich in den letzten Monaten durch zahlreiche diesbezügliche propagandistische Publikationen ausgezeichnet, erklärte sie. „Selbst bei einer innenpolitischen (österreichischen, Anm.) Geschichte läuft in diesem Medium alles auf ein antirussisches Sujet hinaus“, sagte Sacharowa. Sie sprach in diesem Zusammenhang von einer hartnäckigen, fortgesetzten Manipulation des öffentlichen Bewusstseins durch das Wiederholen der These, dass sich Russland in innenpolitische Prozesse europäischer Staaten, darunter auch in Österreich, einmischen würde.

„Ich habe einen großen Zweifel, dass die Publikationen ein Resultat von investigativem Journalismus sind. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass das alles eine Kampagne ist, die von irgendjemandem in Auftrag gegeben wurde“, sagte Sacharowa.

Über konkrete Auswirkungen der österreichischen Regierungskrise auf die bilateralen Beziehungen zwischen Wien und Moskau wollte auf APA-Nachfrage Sacharowa am Donnerstag nichts sagen. Sie wirke sich auf die bilateralen Beziehungen so aus wie sie sich auf die bilateralen Beziehungen von Österreich mit anderen Staaten auswirke, erklärte sie. Wiederholt betonte Sacharowa, dass es sich bei der Causa um eine innenpolitische Angelegenheit handle.