CBBL-Anwaltstreffen in Wien: Schiedsgerichte schneller aber teurer

Wien (APA) - Ein Netzwerk von deutschsprachigen Wirtschaftsanwälten in 60 Ländern weltweit will Klein- und Mittelunternehmen aus Deutschland...

Wien (APA) - Ein Netzwerk von deutschsprachigen Wirtschaftsanwälten in 60 Ländern weltweit will Klein- und Mittelunternehmen aus Deutschland und Österreich bei ihren Geschäften im Ausland unterstützen. Am Freitag hielten die Anwälte der CBBL (Cross Border Business Lawyers) erstmals ihre Jahrestagung in Wien ab, begleitet vom Medienpartner Wiener Zeitung. Insgesamt ist es bereits das 11. CBBL-Forum.

Das Netzwerk der Rechtsanwälte reicht über 60 Länder in fünf Kontinenten - von Neuseeland über China, Russland und Südafrika bis nach Venezuela und in die USA wird Kontakt zu Spezialisten im grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr geboten. In Österreich und in Deutschland gibt es keine Mitglieder, allerdings sehr wohl in der Schweiz, die wegen ihrer Mehrsprachigkeit zum nicht-deutschsprechenden Ausland gezählt wird. Koordiniert wird das Ganze über die von zwei deutschen Anwälten aufgebaute Organisation, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden. Beide Anwälte sind selber seit vielen Jahren mit ihren Kanzleien im Ausland tätig sind: Stefan Meyer in Madrid und Emil Epp in Straßburg.

Im Gespräch mit der APA am Randes des Forums in Wien zeigt sich Meyer begeistert von der Außenhandelsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich. Die österreichischen Außenhandelsstellen in aller Welt agieren „stringent, effektiv und unternehmensnah“. Dabei seien die österreichischen Wirtschaftsdelegierten oft Partner der CBBL, ein Konkurrenzverhältnis gebe es nicht. Die Anwälte im Netzwerk der CBBL könnten Unternehmen etwa helfen beim Aufbau eines Vertriebsnetzes, bei der Gründung einer Niederlassung, bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern oder der Gestaltung von Verträgen. „Wir können helfen, eine Auslandspartie zu einem Heimspiel zu machen“, zieht er einen Vergleich mit dem Sport.

Wichtig für Unternehmen bei ihrer Tätigkeit im Ausland sei auch eine effiziente Konfliktlösung und Rechtsdurchsetzung. Hier könne man in den Verträgen Schiedsgerichtsverfahren vereinbaren. Dabei müsse man genau abwägen, welche Vorteile aber auch Nachteile das mit sich bringen könne. „Schiedsgerichte agieren meist schneller, sind aber oft auch teurer“, gibt Meyer im Gespräch mit der APA zu bedenken. Ob man also in Verträge Schiedsklauseln einbauen solle bzw. mit welchem Inhalt könne nicht generell beantwortet werden, sondern müsse von Fall zu Fall bzw. je nach Land entschieden werden.