EU-Wahl - Ex-Staatschef Vaclav Klaus fordert radikale Wende der EU

Prag/Berlin (APA/dpa) - Der frühere tschechische Staatschef Vaclav Klaus sieht in den Vorschlägen zur tieferen Integration der Europäischen ...

Prag/Berlin (APA/dpa) - Der frühere tschechische Staatschef Vaclav Klaus sieht in den Vorschlägen zur tieferen Integration der Europäischen Union einen „Weg zu Zerfall und Chaos“. „Falls die Europäische Union ihre heutige tiefe strukturelle Krise überwinden soll, muss sie eine radikale Wende durchmachen“, schrieb Klaus in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (Freitag).

Von der EU-Wahl erwartet Klaus keine wesentliche Wende, auch wenn eurokritische Kräfte im künftigen Parlament gestärkt würden. Die EU sei heute in einer Lage wie die Sowjetunion in ihrer Endphase, schrieb Klaus. Jedem im Osten sei klar gewesen, dass die russische Perestroika-Reform das System nicht retten konnte. Die von den Euro-Eliten durchgesetzte „Unifizierung“ der EU mit dem Euro und dem Schengen-Raum und dem Lissabon-Vertrag sei grundsätzlich falsch. Eine radikale Wende sei nötig, „weil die souveränen Staaten der Kern Europas und auch der europäischen Integration sind“.

Klaus war sechs Jahre Ministerpräsident in Prag gewesen, bevor er 1998 bis 2002 den Vorsitz des Abgeordnetenhauses übernahm. Von 2003 bis 2013 war er Staatspräsident Tschechiens.