EU-Wahl - Merkel nennt Weber den „richtigen Mann für unsere Zeit“

München (APA/AFP/dpa) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erneut hinter die Ansprüche des EVP-Spitzenkandidaten Manf...

München (APA/AFP/dpa) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erneut hinter die Ansprüche des EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) auf das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission gestellt. „Wir wollen die stärkste Fraktion werden und dann Manfred Weber zum Präsidenten der Europäischen Kommission wählen“, sagte Merkel am Freitag bei der Abschlusskundgebung der EVP in München.

Es war Merkels einziger Wahlkampfauftritt zur Europawahl in Deutschland. Der Niederbayer Weber soll nach den Vorstellungen der EVP Nachfolger von Jean-Claude Juncker nach der Europawahl am Sonntag werden. Dagegen gibt es aber Widerstände in Europa, unter anderem von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Die Bundeskanzlerin sagte, es berühre sie, dass Weber gesagt habe, er wolle Brücken bauen in Europa. Damit sei er „der richtige Mann für unsere Zeit. Wir brauchen Brückenbauer und nicht Spalter“. Die Werte Europas seien Angriffen ausgesetzt, von innen und von außen. „Jede Art von Nationalismus ist ein Angriff auf diese Werte.“

Der ehemalige polnische Staatspräsident Lech Walesa rief in München zum Kampf gegen Populisten und Demagogen auf. „Wir wollen nicht, dass sie unser europäisches Haus, unser Zuhause zerstören, nichtig machen“, sagte der Friedensnobelpreisträger am Freitagabend. Vielmehr solle die Einheit Europas im Vordergrund stehen, sagte Walesa. Gemeinsam sei bereits sehr viel errungen worden. „Selbst wenn es Diskussionen gibt, wenn es Streitigkeiten gibt, lassen Sie sich davon nicht verunsichern, sondern bauen Sie auf dem Guten auf.“

Walesa forderte weiterhin zu einer starken internationalen Zusammenarbeit auf: „Mit Frankreich, mit Italien - arbeiten Sie an guten Lösungen, lassen Sie sich nicht abschrecken.“


Kommentieren