Bremen-Wahl - Carsten Meyer-Heder: Vom Quereinsteiger zum Wahlsieger
Bremen (APA/dpa) - Der Christdemokrat Carsten Meyer-Heder hat bei der Bürgerschaftswahl in Bremen einen Überraschungserfolg erzielt. Mit ihm...
Bremen (APA/dpa) - Der Christdemokrat Carsten Meyer-Heder hat bei der Bürgerschaftswahl in Bremen einen Überraschungserfolg erzielt. Mit ihm als Spitzenkandidat wurde die CDU am Sonntag im kleinsten deutschen Bundesland laut Prognosen zum ersten Mal seit Kriegsende stärkste Partei.
Die politische Laufbahn des 58-jährigen erfolgreichen Software-Unternehmers ist gerade mal ein gutes Jahr alt. Erst im Frühjahr 2018 trat der Quereinsteiger in die CDU ein. Im Oktober hievte ihn Bremens größte Oppositionspartei mit einem Ergebnis von 100 Prozent als Spitzenkandidaten auf Listenplatz 1.
Dabei ist der Zwei-Meter-Mann mit markanter Vollglatze und Kinnbart alles andere als ein typischer CDU-Mann. Sein Vater war bei der FDP, und „CMH“ selbst galt in den 1980er Jahren als eher links.
Als Abiturient opponierte Meyer-Heder gegen den Kapitalismus und die Ansiedlungspläne von Mercedes-Benz in Bremen, wo der Autobauer heute eines seiner größten Werke weltweit besitzt. Auch sonst trennten den Hippie mit schulterlangen Haaren und Vollbart, der Schlagzeug spielte und jahrelang in einer 10er-Wohngemeinschaft im Bremer Szene-Stadtteil „Viertel“ lebte, viel von der Welt der Jungen Union.
Dass er in der Politik noch viel lernen muss, weiß der Vater dreier schulpflichtiger Kinder, der in einer Patchwork-Familie lebt und in zweiter Ehe verheiratet ist. Freie Reden sind seine Sache noch nicht. Auch aus Wissenslücken macht Meyer-Heder im Wahlkampf keinen Hehl. Freimütig räumt er ein, in vielen Feldern - Bildung, Soziales, Innere Sicherheit - noch nicht sprechfähig zu sein.
Meyer-Heder ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter des heute 1000 Mitarbeiter zählenden Bremer IT-Unternehmens team neusta. Die Führung gab er bereits 2018 an langjährige Kollegen ab. Auch Politik sieht er als Gemeinschaftsleistung. Die mangelnde Teamarbeit in der rot-grünen Regierung ist einer seiner Hauptkritikpunkte. Auf seiner Homepage wirbt er für einen „politischen „Reset““.
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