EU-Wahl - Freude bei steirischer ÖVP und Grünen, Genugtuung bei FPÖ

Graz (APA) - Riesenfreude bei der steirischen ÖVP und den Grünen, Genugtuung bei den Freiheitlichen und etwas enttäuschte Erwartungen bei de...

Graz (APA) - Riesenfreude bei der steirischen ÖVP und den Grünen, Genugtuung bei den Freiheitlichen und etwas enttäuschte Erwartungen bei den Sozialdemokraten - dies ist der Sukkus des EU-Wahlsonntags in der Steiermark. ÖVP-Kandidatin Simone Schmiedtbauer sprach von einem „historischen Tag“. Die Grünen wollen den Schwung in die nächsten Wahlgänge mitnehmen, bei den NEOS sprach man von einem großen Erfolg.

Bei der ÖVP in der Parteizentrale am Grazer Karmeliterplatz war die Freude ob der Zugewinne riesig. Die Nummer vier der ÖVP-Liste, die Hitzendorfer Bürgermeisterin Simone Schmiedtbauer: „Wir haben ein historisches Ergebnis erreicht.“ Sie blicke der Vorzugsstimmenbekanntgabe am Mittwoch optimistisch entgegen. Der steirische ÖVP-Chef Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sprach von einem Erfolg der Besonnenheit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz und einem Warnsignal an jene, „die in den letzten Tagen Parteitaktik statt Staatsräson in den Mittelpunkt gestellt haben“.

SPÖ-Chef und LHStv. Michael Schickhofer sagte zur APA: „Für uns ist wichtig, dass Bettina Vollath ins EU-Parlament einzieht.“ Die ÖVP habe mit Othmar Karas ein sehr gutes Ergebnis gemacht. Dessen proeuropäischer Kurs ziehe sich durch, obwohl ja zwei Kurse von der ÖVP angeboten wurden, spielte Schickhofer auf die verstärkte Präsenz von Kanzler Sebastian Kurz gegen Ende des Wahlkampfes an. Vollath selbst sagte, es sei noch das Endergebnis abzuwarten, aber grundsätzlich sei für die Sozialdemokraten etwas mehr zu erwarten gewesen.

FP-Chef Mario Kunasek sah ein respektables Ergebnis bei schwierigsten Rahmenbedingungen. Bis zur Nationalratswahl im September und zur Landtagswahl im Frühjahr gelte es, die verlorenen Stimmen zurück zu gewinnen. EU-Abgeordneter Georg Mayer war bei der blauen Wahlparty in der Grazer „Gösser-Bräu“ die Genugtuung anzumerken: „Dies ist auch auf die hervorragende Arbeit von Harald Vilimsky zurückzuführen. Es gibt einfach eine freiheitliche Basis, die macht rund 20 Prozent bei Wahlen aus.“

Grünen-Abgeordnete Sandra Krautwaschl sagte zur APA: „Wir sind früher zurück als gedacht. Wenn einmal mein Optimismus übertroffen wird, dann heißt das schon was. Das müssen wir mitnehmen für die Nationalratswahl und auch für die kommenden Wahlgänge wie Landtags- und Gemeinderatswahl.“

NEOS-Landessprecher Niko Swatek sprach von einem großen Erfolg, da man ja mit einem „sehr spitzen Programm“ geworben habe. „Noch vor zwei Woche hat man uns gesagt, die Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa ist unpopulär.“ Da er davon ausgehe, dass auch nach absoluten Zahlen mehr Menschen die NEOS gewählt haben, könne man auch auf Erfolge bei der Nationalratswahl und bei der Landtagswahl hoffen.