Sanierung soll unabhängig von Aufstieg erfolgen

Zu Sanierungsmaßnahmen rund ums Gernot-Langes-Stadion gebe es noch keine Beschlüsse, betont die Wattner FPÖ. Angebot der WSG liegt vor.

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Ob die WSG-Kampfmannschaft den Bundesliga-Aufstieg heuer schafft oder nicht – Sanierungsmaßnahmen rund ums Gernot-Langes-Stadion sind ebenso nötig wie ein zusätzlicher Platz für den Nachwuchs.
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Von Michael Domanig

Wattens –Für Hochspannung ist gesorgt: In der nächsten Runde des Aufstiegskampfs empfängt die WSG Wattens heute im Gernot-Langes-Stadion Austria Lustenau – und ist mit zwei Punkten Vorsprung auf Ried in einer starken Ausgangsposition (alle Details dazu im Sportteil der TT). Auch die Wattner Lokalpolitik wird das Match gebannt verfolgen. Zwar würde die WSG im Falle eines Aufstiegs ihre Heimspiele bekanntlich vorerst am Innsbrucker Tivoli austragen. Wie es rund ums Stadion und das Wattener Sportareal weitergeht, ist für Marktgemeinde und Verein aber natürlich eine zentrale Frage.

WSG-Präsidentin Diana Langes hatte vor wenigen Tagen im großen TT-Interview erklärt, dass man, unabhängig vom Aufstieg, „zusammen mit der Gemeinde schon einen Teil“ des Stadion-Umbaus angehen würde. „Die Gemeinde hat ja dankenswerterweise ihre Zustimmung zur Sanierung des Vorhandenen gegeben“, so Langes und weiter: „Pläne für neue Strukturen haben wir zwar auch, wann diese umgesetzt werden können, hängt allerdings von unterschiedlichen Faktoren ab.“

Beim Wattener FPÖ-Gemeindevorstand Erich Steiner sorgte das Interview für Irritation. Er sei in der Bevölkerung vielfach darauf angesprochen worden, dass „offenbar schon alles entschieden“ sei, man habe ihn „in meiner Glaubwürdigkeit als Gemeindepolitiker in Frage gestellt“.

Ihm sei daher wichtig, klarzustellen, „dass es bisher noch keine Beschlüsse oder Zusagen zur Sanierung gegeben hat, weder in den Ausschüssen noch im Gemeinderat“. Vor drei Wochen habe BM Thomas Oberbeirsteiner (Für Wattens – VP) im Gemeindevorstand unter dem Punkt „Sportareal Wattens“ ein von der WSG Wattens vorgelegtes Konzept vorgestellt – dieses kenne derzeit aber noch nicht einmal der Gemeinderat. Steiner selbst sieht den Inhalt skeptisch.

Bei BM Oberbeirsteiner löst Steiners Wortmeldung – inhaltlich und vom Zeitpunkt her – nur Kopfschütteln aus. Der Ortschef holt weiter aus: „Am Sportareal Wattens sind verschiedenste Sportarten untergebracht – Fußball, Eishockey, Beachvolleyball, Judo, Behindertensport, die Skater und mehr –, es gibt Wünsche aus verschiedenen Richtungen. Daher sind wir dabei, für das Areal ein Gesamtkonzept zu entwickeln.“

Die WSG spiele dabei natürlich eine wichtige Rolle, die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde sei „außerordentlich gut“ – gerade auch im Breitensport- und Nachwuchsbereich spiele der Verein eine überragende Rolle. Klar sei: Für die Kinder- und Jugendteams – die derzeit teils schon ausweichen müssten – brauche es einen zusätzlichen Fußballplatz. Derzeit gebe es neben dem Stadion nur einen, dieser sei komplett überbelegt. Zudem sei etwa der Kabinentrakt sanierungsbedürftig. Hier fühle sich die Gemeinde verpflichtet, der Handlungsbedarf bestehe „völlig unabhängig“ von einem etwaigen Aufstieg der WSG-Kampfmannschaft.

Die WSG sei aber eben auch im Spitzensport erfolgreich, daher sei für sie ein „adäquates Trainings- und Ausbildungsgelände“ wichtig. „Und sie sind bereit, als Verein dafür Verantwortung zu übernehmen“, freut sich Oberbeirsteiner. Der Verein habe sich bereits in die Erstellung des Gesamtkonzepts für das Sportareal „ideell und finanziell“ eingebracht. Und jetzt liege eben ein konkretes (Kooperations-)Angebot der WSG an die Marktgemeinde vor. Dieses soll nun in einer außertourlichen Gemeinderatssitzung diskutiert und den Mandataren zur Abstimmung vorgelegt werden.

Details zum Angebot nennt Oberbeirsteiner noch nicht – zuerst wolle er es allen Gemeinderäten vorstellen – dieses sei aber „höchst positiv“ für die Gemeinde.

Alles andere, insbesondere die „äußerst komplexe“ Stadionfrage, sei derzeit kein Thema, betont Oberbeirsteiner. Er sei aber froh, dass es mit Diana Langes eine Präsidentin gebe, die „große Visionen für den Wattner, Tiroler und österreichischen Fußball hat“. Unter ihr sei das Gernot-Langes-Stadion wieder zu einem Ort der Begegnung und Begeisterung geworden: „Wir können sehr stolz darauf sein, was sich in Wattens entwickelt hat.“


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