Wattens vor Aufstieg: Noch 90 Minuten bis zur Bundesliga

Der große Zweitliga-Showdown führt die WSG Wattens heute (17 Uhr) in der letzten Runde nach Horn. „Sieg, Titel und Aufstieg – alle anderen Gedanken sind verboten“, gibt Coach Thommy Silberberger aus.

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Diese drei Protagonisten sind auch heute wieder gefragt – Florian Toplitsch, Benjamin Pranter und Michael Svoboda (v. l.).
© Kristen

Von Alex Gruber

Wattens – Cool, cooler, WSG. Es ringt Sportmanager Stefan Köck nichts anderes als „ein riesengroßes Kompliment“ ab, wie die Mannschaft dem Druck in den letzten Meisterschaftswochen gewachsen war. Davon zeugen fünf Siege in Serie, zuletzt zuhause das 1:0 über Austria Lustenau. Die Wattener sind vorne rund um Benni Pranter (wurde hinter Lustenaus Ronivaldo zum zweitbesten Spieler der Liga gewählt) immer für einen Treffer gut und stehen hinten rund um Goalie Ferdl Oswald (dritter Platz bei der Torhüterwahl) felsenfest. Deswegen heißt es heute im Brustton der Überzeugung: „Wir lassen uns das nicht mehr nehmen.“

In bewährter Manier stieg Coach Silberberger, der heute, gewählt von den Ligakollegen, die Auszeichnung zum „Trainer des Jahres“ erhält, gestern in den Mannschaftsbus. Die Abläufe bleiben wie immer gleich, die Marschroute steht. „Jeder kennt die Besonderheiten von letzten Runden. Für Horn geht es um nichts mehr. Mit einem frühen Tor könnten wir einen Grundstock legen“, will Silberberger, dass das grünweiße Herz von Anfang an in der Waldviertler Volksbank Arena auf dem Rasen liegt.

Die verletzten Spieler (Jauregui, Kovacec, Walch, Katnik, Filip) reisen am Matchtag ebenso an wie gut 100 WSG-Fans, die mit dem Bus oder Pkw kommen. Denn wer will schon eine mögliche Titelparty versäumen, wenn die WSG Wattens nach 52 Jahren Pause erstmals wieder die Rückkehr ins heimische Fußball-Oberhaus feiern kann?

„Wir machen den letzten Schritt. Was anderes kommt in meinem Kopf nicht vor“, untermauert Silberberger wie Köck („Wir sind beide Typen, die das Glas lieber halb voll als halb leer sehen“) die Kraft positiver Gedanken. Köck führt aber auch gleichzeitig aus: „Es wird keine Fanfahrt. Wir haben noch einmal unseren Job zu erledigen.“

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Die Wattener Startelf wird sich heute gegenüber jener, die nach dem frühen Ausfall von Oliver Filip (5. Minute) das 1:0 gegen Lustenau eingefahren hat, nicht ändern: Dann würden mit Sandro Neurauter, Kevin Nitzlnader (leicht angeschlagen), Flo Toplitsch und Benni Pranter wieder vier Tiroler von Beginn an mitwirken. Dann könnte einer wie Abwehrhüne Michael Svoboda nach seinem Transfer aus der Regionalliga Ost gleich in seiner ersten Profisaison den Aufstieg in die Bundesliga feiern. Sollte es klappen, gibt es in der WSG-Kabine viele besondere Geschichten zu erzählen.

„Der Aufstieg wäre auch für uns erfahrene Spieler etwas Besonderes“, hält Clemens Walch heute als Daumendrücker fest. Das Zuschauen in den letzten Wochen habe ihm fast den letzten Nerv geraubt. „Es tut brutal weh, nicht helfen zu können.“

Vor einem möglicherweise historischen Tag in der Vereinsgeschichte fehlt aber auch die menschliche Note nicht. „Wir hätten gerne mit Gischi angestoßen“, erinnert Köck an den verstorbenen Tiroler Horn-Coach Christoph Westerthaler. Und Oswald hält als dreifacher Familienvater fest: „Es ist ,nur‘ ein Fußballspiel – eines, das wir natürlich gewinnen wollen.“


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