Rückkehrzentrum Bürglkopf: Noch ein Asylwerber im Hungerstreik

15 Asylwerber mit negativen Bescheiden waren am 4. Juni in den Hungerstreik getreten. Sie protestierten gegen ihrer Ansicht nach „untragbare Zustände“ in der abgelegenen Einrichtung.

Seit Sommer 2014 wird das Flüchtlingsheim am Bürglkopf vom Innenministerium geführt, seitdem gibt es vermehrt Probleme.
© ersiBILD

Fieberbrunn – Im Rückkehrzentrum am Bürglkopf im Tiroler Fieberbrunn im Bezirk Kitzbühel befindet sich aktuell noch ein Asylwerber im Hungerstreik. Die Person sei in „keinem angespannten Gesundheitszustand“ und werde „engmaschig betreut“, hieß es aus dem Innenministerium auf APA-Anfrage.

Falls sich der Zustand verschlechtern sollte, werde ein Arzt hinzugezogen. Wenn eine durchgehende medizinische Beobachtung notwendig werde, könne die Person stationär im Krankenhaus behandelt werden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. 15 Asylwerber mit negativen Bescheiden waren am 4. Juni in den Hungerstreik getreten. Sie protestierten gegen ihrer Ansicht nach „untragbare Zustände“ in der abgelegenen Einrichtung.

Asylanträge „zu Unrecht abgelehnt“

Die Asylwerber wollten damit auch eine neuerliche Prüfung ihres Asylantrages erwirken, da dieser „zu Unrecht abgelehnt“ worden sei. Kritik an der Unterbringung in der auf 1250 Metern Seehöhe gelegenen Einrichtung war unter anderem von Tirols Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) und Amnesty International gekommen. Eine Schließung der Unterkunft wurde gefordert.

Im Jahr 2017 war das Haus am Bürglkopf von einem Flüchtlingsheim in ein Rückkehrzentrum umfunktioniert worden. Bereits in den 1990er-Jahren hatte es als Heim für die damaligen Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien gedient. In einer Rückkehrberatung sollen die Menschen von ihrer freiwilligen Abreise überzeugt werden, auch eine zwangsweise Abschiebung ist möglich. (APA)

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