Drogenhandel, in Wohnung von Toter eingenistet: Haft für 35-Jährigen

Ein 35-Jähriger gingen den Innsbrucker Drogenfahndern ins Netz. Er soll Suchtgift an Jugendliche verkauft und sich in der Wohnung einer Verstorbenen gemütlich gemacht haben. Er uwrde zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.

Allein in zwei Strafprozessen, die gestern am Landesgericht stattfanden, ergingen insgesamt 18 Jahre Haft über vier Angeklagte.
© Thomas Böhm / TT

Ein scheinbar unverbesserlicher Algerier hält seit geraumer Zeit die Behörden auf Trab. So war der 35-Jährige den Innsbrucker Drogenfahndern gleich mehrfach direkt hintereinander mit Suchtgift ins Netz gegangen. Dass er durch den Verkauf von Cannabis und Kokain den Lebensunterhalt bestreitet, bestritt der Angeklagte gestern am Landesgericht aber. Eigenkonsum sollte die sichergestellten Drogen jeweils erklären. So wollte der 35-Jährige 20 Gramm Kokain von einem nicht näher bekannten Nordafrikaner gekauft – und bei diesem wiederum nur 150 Euro angezahlt – haben. Eine größere Menge an Cannabis habe er wiederum aus einem Versteck gestohlen. Richterin Helga Moser glaubte kein Wort. „Und das wollten Sie alles selbst verkonsumieren, wo sie doch eh’ angeblich keinen Cent in der Tasche haben?“ Nach der Aussage einer noch relativ jung aussehenden 17-Jährigen stand wenig später indes fest, dass der Algerier vor einem Jahr sogar an Jugendliche Drogen verkauft hatte. Wenig Skrupel zeigte der Angeklagte offenbar auch im Jänner. Damals war er in Pradl aus einer an mehrere Nordafrikaner vermieteten Wohnung „geflogen“. Zu dieser Zeit musste dem Algerier schon bekannt gewesen sein, dass die Nachbarswohnung wegen eines Todesfalls derzeit leerstehend war. So gelangte der 35-Jährige über die Terrasse in die Wohnung der Verstorbenen und machte es sich gemütlich. DNA an Zigarettenstummeln entlarvten schließlich den ungebetenen Gast, bei dem auch noch eine fremde ÖBB-Vorteilskarte und ein Handy in Goldrosa sichergestellt wurden. Richterin Moser verhängte in einer Gesamtschau schließlich rechtskräftig zweieinhalb Jahre Haft.

Umfangreiche Ermittlungen der Drogenfahnder des Landeskriminalamts lagen gestern einem Drogenprozess zugrunde. Angeklagt war ein Quartett, dem Staatsanwalt Dieter Albert die direkte und indirekte Mitwirkung an massivem Drogenschmuggel vorgeworfen hatte. An die zehn Kilogramm Kokain und Amphetamine soll ein einstiger Metzger von Eindhoven nach Tirol und dann weiter nach Ungarn geschleust haben. Zur Abholung in Holland konnte er einen Vertreter (56) gewinnen. Dieser hatte für ihn in insgesamt sieben Fahrten Lebensmittel- und Waschmittelverpackungen mit brisantem Inhalt nach Tirol gebracht. Um die 1000 Euro betrug der Fuhrlohn. Bei einem Strafrahmen von bis zu 15 Jahren Haft ergingen nicht rechtskräftig achteinhalb Jahre Haft für den Metzger und je dreieinhalb Jahre für dessen Frau und den Kurier. (fell)

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